Deutsch-Spanisch. Wie wird in Mexiko Geburtstag, Hochzeit, Weihnacht gefeiert? Wie gestaltet sich der Alltag der Menschen, was essen sie besonders gern? Auf zwölf Bildtafeln erzählt die mexikanische Künstlerin fröhliche und ernste Kindheitserinnerungen. Sie eröffnet einen Einblick in Besonderheiten des mexikanischen Alltags. Zwei Rezepte im Anhang laden zum Ausprobieren ein.
In vielerlei Hinsicht beglückt zeigt sich Rezensentin Eva-Christina Meier über dieses Bilderbuch, das ihrer Beschreibung zufolge schildert, wie Kinder mexikanischer Einwanderer in den USA der sechziger Jahre Geburtstag feierten. Nicht allein, dass dies Ereignis insgesamt höchst kulinarisch beschrieben ist. Auch die Rezepte im Anhang des Buchs lösen große Freude aus. Die Gestaltung erinnert die Rezensentin mit ihren parallel stattfindenden Szenen an Bilderbücher von Ali Mitgutsch oder Eva Scherbarth. Doch gehe es in diesem Bilderbuch nicht allein um Feste, sonder auch um "erlebte kulturelle Differenzen zwischen mexikanischer Tradition und erlebter Realität in den USA", was aus dem Buch für unsere Rezensentin auch einen wichtigen Beitrag zur gleichberechtigten Darstellung unterschiedlicher Kulturen macht.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 28.09.2006
Auch der deutschsprachige Buchmarkt für lateinamerikanische und afrikanische Kinder- und Jugendliteratur spiegelt die transnationalen Lebensläufe seiner Autoren wider, so die Rezensentin. Und so kommt es, dass die literarische Authentizität fremder Kulturen häufiger als zuvor indirekt vermittelt wird. Dass dies keinen Einbruch an Qualität darstellt, beweist das zweisprachige Buch der mexikanischstämmigen, 1948 in Texas geborenen Malerin Carmen Lomas Garza, die sich seit den sechziger Jahren mit naiver Malerei für die Rechte mexikanischer Einwanderer, der Chicanos, einsetzt. Die Rezensentin Birgit Dankert ist begeistert von den zwölf bunten und prallen Bildern, die vom Alltag der Chicanos in den fünfziger und sechziger Jahren erzählen: Sie bezeugen "Würde, Heimat, Respekt eines Kulturraums, der zwar arm, aber nicht wertlos ist". Jedes Detail transportiere das "sanfte Gesetz" der naiven und farbenfrohen Malerei, die es möglich mache, Kinder an einen nach wie vor ungelösten Konflikt heranzuführen. Der zweisprachige, einfache Text eigne sich auch für Integrationsprogramme und mache das Bilderbuch noch einmal zusätzlich pädagogisch wertvoll, bilanziert die Rezensentin.
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