Elena Poniatowska

Frau des Windes

Das Leben der Leonora Carrington. Roman
Cover: Frau des Windes
Insel Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783458175315
Gebunden, 495 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Maria Hoffmann-Dartevelle. Schon als Kind sieht sie die Welt mit eigenen Augen, hält sich für ein Pferd und bewohnt einen Kosmos aus Fabelwesen. Den Konventionen ihrer reichen englischen Familie misstraut Leonora, sie sagt sich von allen Zwängen los und erkämpft sich das Recht, eine in der Gesellschaft und an der Staffelei absolut freie Frau zu werden. In der wahnwitzigen Liebe zu dem Maler Max Ernst stürzt sie in wonnevolle Abgründe. Mit ihm zusammen ergibt Leonora sich in Paris dem Sinnestaumel des Surrealismus, ist eng befreundet mit Dalí, Miró und Picasso. Als Max Ernst im Zweiten Weltkrieg interniert wird, verliert Leonora den Verstand und wird in eine Anstalt eingewiesen. Nach Ausbruch und Flucht über den Atlantik erobert sie, unterstützt durch ihre Freundin Peggy Guggenheim, die Kunstwelt New Yorks. Vertrieben, getrieben und besessen in ihrer letzten Heimat Mexiko schafft sie, beseelt durch eine letzte große Liebe, Meisterwerke so singulär wie ihre Geschichte selbst.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2013

Rezensent Kersten Knipp bespricht den neuen, elegant ins Deutsche übersetzten Roman "Frau des Windes" der mexikanischen Autorin Elena Poniatowska mit gemischten Gefühlen. Mit großem Interesse liest er zunächst die Lebensgeschichte der surrealistischen Malerin Leonora Carrington, die durch ihren Lehrmeister Max Ernst zu ihrer radikal subjektiven Malweise gelangte. Der Kritiker zeigt sich tief beeindruckt vom Vermögen der Autorin, die meist allzu "pathetischen" Kunsttheorien der avantgardistischen Pariser Künstler der dreißiger Jahre in verständlichen, aber eindringlichen Dialogen wiederzugeben. Leider muss Knipp auch feststellen, dass Poniatowska Künstlerbiografie im zweiten Teil immer mehr zum "Psycho-Kitsch" gerate: Nach Carringtons Flucht vor den Nazis nach Mexiko konzentriere sich die Autorin zu sehr auf die Befindlichkeiten der Künstlerin und verliere sich in kleinteiligen Berichten über Depressionen, Psychoanalyse und Alltagssorgen, meint der enttäuschte Rezensent. Im Anbetracht der Tatsache, insbesondere im ersten Teil dieses Buches eine brillant und flüssig erzählte, historisch gut belegte Biografie einer außergewöhnlichen Künstlerin gelesen zu haben, möchte der Kritiker dieses Werk dennoch unbedingt empfehlen.

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