Leonora Carrington

Die Windsbraut

Bizarre Geschichten
Cover: Die Windsbraut
Edition Nautilus, Hamburg 2009
ISBN 9783894016029
Gebunden, 256 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben, aus dem Französischen, Englischen und Spanischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Heribert Becker. Dieser Band ist der letzten lebenden Surrealistin gewidmet. In "Bizarren Geschichten" aus den dreißiger bis achtziger Jahren - kein anderes Buch der Künstlerin versammelt Werke aus einer solchen Zeitspanne - erzählt Leonora Carrington traumhafte, eindringliche, wundersame Begebenheiten. Die meisten Erzählungen liegen hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vor. Ausgewählte Gemälde der Künstlerin illustrieren ihr Schreiben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.02.2010

Wer in bizarre, fantastische und surrealistische Welten eintauchen will, dem empfiehlt Angela Schader den Erzählband "Die Windsbraut" von Leonora Carrington. Das Buch der 1917 in Lancashire geborenen Schriftstellerin und Malerin, die eine Liaison mit dem Künstler Max Ernst hatte und von ihrem eigenen Vater wegen einer psychischen Erkrankung in eine Anstalt eingeliefert wurde, ist laut Rezensentin "ebenso hübsch anzusehen wie schräg zu lesen". Im Zentrum der Erzählungen stehen laut der Rezensentin meist Mädchenfiguren, die sich gegen verdorrte Mütter, tyrannische Väter oder autoritäre Männer insgesamt wehren müssen. Schader findet es völlig in Ordnung, dass sich Carrington "um die gediegen gerundete Erzählform ebenso wenig schert wie um die Verwirrung des Lesers". Schader  bewundert die "herrlich anarchisch, gewitzte und bildreiche Phantasie" der Schriftstellerin, nur die Texte aus den sechziger Jahren haben ihr nicht so gut gefallen, da diese nach Meinung der Rezensentin ihre Leichtfüßigkeit durch gesellschaftliche oder politische Bezüge einbüßen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.02.2010

Erfreut zeigt sich Rezensent Hans-Peter Kunisch über diese handliche Ausgabe mit Geschichten der 1917 geborenen surrealistischen Künstlerin Leonora Carrington. Er nutzt die Gelegenheit, die Autorin vorzustellen, berichtet von ihrer traurigen Kindheit, ihrer irischen Mutter und ihrem Vater, einem reichen Textilmagnaten, ihrem Kunststudium, der Begegnung mit Max Ernst und ihrer Flucht nach Mexiko. In Carringtons Geschichten mischen sich für ihn Einflüsse des Surrealismus, des lateinamerikanischen magischen Realismus sowie irischer und außereuropäischer Mythen. Erstaunlich findet Kunisch, wie die Autorin Spott auf die englische Gesellschaft, Mythen und deutsch-französischen Surrealismus zu einer "leichtfüßig zelebrierten Einheit" formt. Besonders hebt er dabei den Einsatz von Elementen des Schocks zusammen mit einem "verblüffenden" Witz hervor. Mit Lob bedenkt er auch das "angenehm leichte Deutsch" der vorliegenden Übersetzung.
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