Elena Gorokhova

Goodbye Leningrad

Ein Memoir
Cover: Goodbye Leningrad
dtv, München 2012
ISBN 9783423248822
Kartoniert, 416 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Saskia Bontjes van Beek. Lena wächst in einem typisch sowjetischen Wohnblock auf: Die Fassade bröckelt, die Mülltonnen im Hof quellen über, in der Wohnung trocknen neben der Wäsche auch die im Wald gesammelten Pilze. Schon im Kindergarten begreift sie, dass das "So tun, als ob" eine lebensnotwendige Disziplin ist. Vor allem wenn man sich wie Lena in die Sprache des Klassenfeindes verliebt: In einem grauen Alltag, in dem nichts auf die offiziell propagierte, kurz bevorstehende leuchtende Zukunft hindeutet, wird der Englischunterricht zum Fenster in eine andere Welt und Lenas persönlicher Weg zu innerer Freiheit. Nach ihrem Studium unterrichtet sie ausländische Studenten. Einer von ihnen ist der Amerikaner Robert, sein Heiratsantrag ermöglicht Lena die Ausreise: Mit 20 Kilo Gepäck checkt sie ein in ein neues Leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2012

"Großes Glück" empfindet Rezensent Tomasz Kurianowicz bei der Lektüre von Elena Gorokhovas autobiografischem Roman "Goodbye Leningrad", denn die in Leningrad geborene Gorokhova, die heute in Amerika Slawistik lehrt, bringt ihm den Irrsinn der Sowjetunion so richtig nahe. Er lernt so die Kälte und die "groteske Willkürherrschaft" der Sowjets kennen, die die Menschen prägte. So lobte Gorokhovas Mutter Stalin, der immerhin für das Verschwinden ihres Onkels verantwortlich war: "Ich habe erlebt, wie Menschen verschwanden, weil sie den Wecker überhört haben. Damals herrschte noch Ordnung." Gorokhova konnte mittels einer Scheinehe nach Amerika auswandern. Gut so, denkt sich Kurianowicz. So konnte sie dieses Buch schreiben und ihm zeigen, "wie es sich anfühlt", in einer Diktatur zu leben.
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