Elena Ferrante

Tage des Verlassenwerdens

Roman
Cover: Tage des Verlassenwerdens
Suhrkamp Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783518428856
Gebunden, 252 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Anja Nattefort. Olga ist achtunddreißig und verheiratet, sie hat zwei Kinder, eine schöne Wohnung in Turin und ein Leben, das solide auf familiären Gewissheiten und kleinen Ritualen ruht. Seit fünfzehn Jahren führt sie eine glückliche Ehe. Zumindest denkt sie das. Bis ein einziger Satz alles zerstört. Der Mann, mit dem sie alt zu werden hoffte, ihr geliebter Mario, will nichts mehr von ihr wissen, er hat eine Andere, eine zwanzig Jahre Jüngere. Alleingelassen mit den Kindern und dem Hund fällt Olga in einen dunklen Abgrund, dessen Existenz sie vorher nicht einmal hat erahnen können. Was geht in einer Frau vor, die plötzlich vor den Trümmern ihrer Ehe steht? Einer Frau, die sich immer für ausgeglichen, stark und selbstbewusst gehalten hat?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.11.2019

Rezensentin Antonia Baum findet das Cover dieses frühen Romans von Elena Ferrante, der nun zum zweiten Mal in deutscher Übersetzung von Anja Nattefort erscheint, so schrecklich, dass sie damit ja nicht in der Bahn gesehen werden will. Was schade ist, weil sie die Geschichte dahinter unbedingt empfehlen kann: Sie folgt hier der 38 Jahre alten Olga, die von ihrem Mann unter anderem mit der Begründung verlassen wird, ihr Körper sei ihm zu einer "Stoppuhr des Lebens" geworden. Olga, Mutter von zwei Kindern, die stets versuchte ihre prollige neapolitanische Herkunftsfamilie hinter sich zu lassen, beginnt zu schreiben, stellt bald aber fest, dass ihr nur vulgäre Wort- und Satzfetzen durch den Kopf gehen, resümiert die Rezensentin. Wenn Olga schließlich die komplette Kontrolle über ihr Leben verliert und immer mehr dem Wahn verfällt, liest Baum den Roman auch als kluges Dokument über Mutterschaft und Abhängigkeit. Auch sprachlich war Ferrante selten so "radikal", staunt die Kritikerin.

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