Elena Ferrante

Die Geschichte eines neuen Namens

Roman
Cover: Die Geschichte eines neuen Namens
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518425749
Gebunden, 624 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Karin Krieger. Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht - er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt. Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen? Elena Ferrante hat einen Weltbestseller geschrieben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2017

Rezensent Franz Haas sucht nach den Gründe für den Erfolg des oder der Autorin hinter dem Pseudonym Elena Ferrante und findet weitaus mehr als einen. Für schwerwiegend hält er zum Beispiel Ferrantes Raffinement, mit dem sie es schafft, ihre Romane sowohl anspruchsvollen Lesern als auch simplerem Publikum schmackhaft zu machen, indem sie zahlreiche gelehrte Anspielungen und Bezüge mit einem aufregend schillernden Plot kreuzt, gekonnt Cliffhanger einbaut und in den Beschreibungen sämtlicher Spielarten des Unglücks glänzt. Und dann ist da natürlich noch diese brillant erdachte und erzählte Geschichte, seufzt der Rezensent, ein "filigranes Erzählgewimmel aus Intrigen und Herzflimmern".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.01.2017

Rezensent Ernst Osterkamp ist bekennender Elena-Ferrante-Fan: Knausgaard'sche Faszination für die Abenteuer des Alltags erkennt der Kritiker in den Romanen ebenso wie Parallelen zu Flauberts "Madame Bovary" - allerdings mit einer gehörigen "Portion erzählerischer Ironie". Und so lernt der Rezensent in diesem spannenden zweiten Teil, der von den desillusionierenden Jugendjahren der beiden Freundinnen erzählt, was es heißt "Mensch zu sein", trifft auf beeindruckende Nebenfiguren und bewundert vor allem Ferrantes psychologisches Talent: Die Figuren sind nie eindimensional, vereinen stets Gut und Böse, bleiben rätselhaft und wendungsreich und sind doch mit psychologischer Tiefenschärfe beschrieben, lobt der Kritiker, der auch mit Karin Kriegers lebhafter Übersetzung sehr zufrieden ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2017

Eines kann Rezensentin Katharina Teutsch vorab versichern: Der zweite Teil von Elena Ferrantes Neapolitanischer Saga ist ebenso gut geschrieben wie der Vorgänger. Und dennoch ist die Kritikerin enttäuscht. Denn die Emanzipationsgeschichte von Lila und Lenu, die so märchenhaft schön begann, gerät nun vorerst ins Stocken, verrät die Rezensentin. Wenn die rebellische Lila in ihrer Ehe mit dem Sohn eines Camorra-Paten todunglücklich wird, Lenu hingegen zwar berufliche Erfolge feiert, von ihrem Ehemann Stefano jedoch geschlagen und gedemütigt wird, hat Teutsch vor allem Mitleid mit den beiden jungen Frauen, die sich den Regeln der Männerwelt bedingungslos unterwerfen. Die Schilderungen der Ferien auf der Insel Ischia findet die Kritikerin ein wenig ermüdend, dennoch scheint sie sich auf die nachfolgenden Bände zu freuen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.01.2017

Maike Albath liest den zweiten Band von Elena Ferrantes Tetralogie trotz irreführender Verpackung mit Genuss. So blassrosa wie der Umschlag ist das Buch mitnichten, versichert sie. Schnell nimmt sie Ferrantes rauer Ton gefangen und die Geschichte eines himmelschreienden Verrats, die die Autorin als präzise Analyse ökonomischer Machtverhältnisse, Klassengegensätzen und struktureller Gewalt mit soziologischem Tiefgang inszeniert, wie Albath erläutert. Dass die epischen Bögen weit gespannt sind, Rhythmus und Tempo virtuos gehandhabt werden und drastische Szenen die Leserin erwarten, wenn Ferrante von Liebe und Rivalität erzählt, macht den Bildungsroman für Albath zum Lektüreerlebnis.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.01.2017

Andreas Fanizadeh landet mit dem zweiten Band von Elena Ferrantes Neapelsaga in den 1960er Jahren. Thema ist laut Rezensent der Männlichkeitskult und die Armut der unteren Schichten und der Versuch einer Frau, sich dem durch Bildung zu entziehen. Für Fanizadeh ist das spannender als jede noch so gute TV-Serie. Mit Vergnügen folgt er den Figuren auf ihrer verwirrenden Suche nach echter Radikalität und Subjektivität.
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