El Awadallas Krimi kommt gleich zur Sache. In einem Wiener Mietshaus wird eine alte Frau ermordet aufgefunden. Ihr neugieriger Nachbar, Herr Gruber, hat an seiner Haustür überall Spiegel angebracht, sodass er die Geschehnisse im Haus immer minutiös mitverfolgen kann. Schnell glaubt er Bescheid zu wissen: Es war sicher die serbische Putzfrau! Die Polizei nimmt die Spur ernst, sogleich werden Dragica und einige weitere Verdächtige in Augenschein genommen; es wohnen aber so viele zwielichtige Figuren im Haus - auch Künstlerinnen! -, dass sich die Ermittlungen aufgrund vieler Vorurteile immer wieder im Kreise drehen. Gut, dass Nachbarschaft und einige Bekannte von Dragica der Polizei auf die Finger schauen, sonst sitzt am Ende noch die Falsche ein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2020
Rezensentin Susan Vahabzadeh klärt uns zu Anfang auf, dass es die alten - in diesem Fall: Wiener - Arbeiterviertel seien, in denen "Originale" wohnten - und in Ottakring es offenbar immer noch tun. Im Milieu einer solchen Ansammlung von kuriosen Charakteren spielt dieser Krimi. Seine Besonderheit ist der Wiener Dialekt, der ausführlich zu Gehör gebracht wird und, wie die Kritikerin freundlich anmerkt, zudem mit einem Glossar für schwerere Fälle ausgestattet ist. Der Raubmord an einer alten Dame in Ottakring soll aufgeklärt werden durch einen Kommissar, der ein "Rassist aus Denkfaulheit" ist, erfahren wir. Dem sind dann aber alle anderen genügend überlegen, so dass die Lösung des Falles unter Beigabe von viel Sarkasmus und trockenem Witz, so die angetane Rezensentin, trotz des Polizisten gelingt.
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