Prinz Eduard von Anhalt erzählt in diesem Buch die Geschichte seiner Familie von 1901 bis in die Gegenwart. Sein Vater Ernst Joachim, 1901 geboren, wird zu einem erbitterten Gegner des Hitler-Regimes, kommt ins KZ und stirbt 1947 in Sowjethaft, tragischerweise als vermeintlicher Nazi-Anhänger. Eduard selbst, 1941 geboren, führt in seinen Sturm- und Drangjahren ein Leben in den Kreisen des internationalen Jetsets, bis er als Journalist und Fernsehmoderator beruflich Fuß fasst. Nach der Wiedervereinigung beginnt ein zäher Kampf um die enteigneten Besitztümer in Sachsen-Anhalt. Diese Chronik eines der ältesten deutschen Adelsgeschlechter gibt überraschende Einblicke in die Welt des Hochadels und spiegelt die dramatischen Verwerfungen 20. Jahrhunderts in sehr persönlicher Weise.
Rezensent Tilman Krause möchte sich nicht von den Hohenzollern sein Gefallen an deutschen Monarchen vermiesen lassen. Als Gegengift empfiehlt er die Erinnerungen des Prinz von Anhalt, dessen Haus, die Askanier, schon in der märkischen Steppe herrschten, bevor die Hohenzollern nach Preußen kamen. Mit diesem Erinnerungen erlebt er Eduard von Anhalt als durchaus redseligen Chronisten, der sehr vergnüglich von aristokratischen Ausschweifungen zu erzählen weiß. Bewegend, sogar aufwühlend werden diese Erinnerungen durch die Geschichte des Vaters, der sich erst den Nationalsozialisten entgegenstellte und dafür mit Haft im Konzentrationslager bestraft wurde, nach dem Krieg dann vom sowjetischen Geheimdienst schikaniert wurde.
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