Schicksalsgefährten oder Rivalen: Rollenerwartungen und Verhaltensweisen von Geschwistern entstehen im Kontext ihres kulturellen Umfeldes. Während die Ethnologie dies seit Jahren untersucht, wurde die Frage nach Kennzeichen von Geschwisterschaft in der historischen Forschung bislang eher vernachlässigt. In dieser Hinsicht leistet die vorliegende Studie zu den Funktionen von Geschwisterbeziehungen an frühneuzeitlichen Höfen Europas wahre Pionierarbeit. Die Vielzahl der überlieferten Briefe adliger Geschwister des 17. Jahrhunderts erlaubt eine umfassende Analyse, durch die tradierten Vorstellungen von Familie ebenso ins Wanken geraten wie althergebrachte Erklärungsmodelle frühneuzeitlicher Politik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2007
Überzeugend an dieser vornehmlich auf Korrespondenzen basierenden Studie findet Caspar Hirschi die Darstellung der Formen und Funktionen von Geschwisterbeziehungen des frühneuzeitlichen Hochadels. Darüber, und welchem Wandel durch "Verstaatlichung und Verhofung" sie ausgesetzt waren, meint er, gab es bislang noch wenig zu lesen. Allerdings ahnt Hirschi auch, wieso: Als unterscheidendes Merkmal (und eigenes Forschungsfeld) hält er das aristokratische Geschwistertum für eher untauglich. Königliche Bruderschaft in "übertragender Rede" hält er da schon für exklusiver.
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