Die Geschichte des deutschen Buchhandels ist weitgehend die Geschichte von Männern - Frauen tauchen lange nur als Ausnahmeerscheinungen und Randfiguren auf. Dieses Buch rückt sie - erstmals in der Buchgeschichtsschreibung - ins Zentrum des Geschehens. Ziegler beschreibt in Überblickskapiteln zur jeweiligen historischen Situation und in Porträts bekannter Verlegerinnen, Lektorinnen, Agentinnen und Buchhändlerinnen die Möglichkeiten - und Hindernisse - weiblicher Berufstätigkeit auf dem deutschsprachigen Buchmarkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2014
Über das Salz des Büchermachens hätte Marie Luise Knott bei Edda Ziegler gern mehr erfahren. Für Knott bedeutet das, die Autorin hätte gern etwas weniger über Marketing und mehr über die persönlichen, oft leidenschaftlichen Beweggründe von Frauen schreiben dürfen, Bücher zu verlegen. Doch auch so scheint Zieglers Buch der Rezensentin wertvolle Lektüre zu bieten. Laut Knott schreibt die Autorin eine gut informierte Soziografie, die nach den gesellschaftlichen, rechtlichen und branchenspezifischen Bedingungen fragt, unter denen Frauen in Deutschland als Verlegerinnen arbeiten. Allerdings kennt Knott die Antworten nicht selten bereits: Es sind vor allem Verleger-Töchter und Verleger-Witwen, die das Rennen machen, meint sie. Von dem neuen weiblichen Eigensinn in der Branche, wie Knott ihn etwa bei Daniela Seel ausmacht, liest sie in diesem Buch leider nichts.
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