Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, dann ist nicht immer das Buch schuld, heißt es bei Lichtenberg. Die Lage wird allerdings unübersichtlich, wenn zwischen Kopf und Buch eine Glasscheibe in Form eines Bildschirms hängt und obendrein Literaturkritik die Zusammenstöße provoziert oder zu mildern versucht. Die Beiträger des Bandes entstammen allen Lagern: Schriftsteller, Kritiker, Fernsehleute, Leser kartografieren das unübersichtliche Terrain, vermessen das Schlachtfeld, schmieden Allianzen, begleichen alte Rechnungen, wechseln die Linien. Mit Originalbeiträgen u.a. von: Verena Auffermann, Meike Feßmann, Ulrich Greiner, Christoph Hein, Bodo Kirchhoff, Michael Krüger, Ingo Schulze, Ilija Trojanow und Martin Walser.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.06.2008
Annika Müller hat diesen Sammelband zum 65. Geburtstag des Literaturkritikers Martin Lüdke mit Gewinn und Amüsement gelesen, geht er doch über eine bloße Gratulationsschrift hinaus, wie sie betont. Kritiker und Autoren reflektieren hier, mal ganz sachlich, mal autobiografisch gefärbt, über die Literaturkritik und bieten so einen interessanten und häufig sehr unterhaltsamen Einblick in den Literaturbetrieb, lobt die Rezensentin. Literaturkritik im Fernsehen, wie es der Titel anklingen lasse, werde in dem Sammelband allerdings kaum eigens zum Thema gemacht, stellt die Rezensentin fest, wahrscheinlich, weil das Medium mittlerweile auch für den Literaturbetrieb eine Selbstverständlichkeit ist, wie Müller vermutet.
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