Arnold Angenendt, Daniel Deckers, Albert Gerhards, Martin Mosebach und Robert Spaemann im Gespräch. Das Zweite Vatikanische Konzil, das mit Papst Paul VI. das Ende der alten römischen Liturgie anordnete, hatte einen revolutionären Kulturbruch zur Folge. Als Benedikt XVI. mit der Veröffentlichung seines Motu proprio Summorum Pontificium die lateinische Messe nach tridentinischem Ritus im Jahre 2007 rehabilitierte, schlug dies in der Öffentlichkeit hohe Wellen. Dieser Band dokumentiert die spannenende Debatte, die der Schriftsteller Martin Mosebach mit dem christlichen Philosophen Robert Spaemann, dem Kirchenhistoriker Arnold Angenendt und dem Liturgiewissenschaftler Albert Gerhards über die Intervention Benedikts XVI. und den neu entfachten Streitfall Lateinische Messe führte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.02.2009
Den auf eine Frankfurter Diskussion zurückgehenden, von Eckhard Nordhofen herausgegebenen Band empfindet Christian Geyer ganz offenbar als Dokument eines erfrischenden Schlagabtauschs zu einem aktuellen Thema. Vor- oder nachkonziliare Liturgie?, lautet die Frage, die der Philosoph Robert Spaemann, der Schriftsteller Martin Mosebach und der Liturgiewissenschaftler Arnold Angenendt diskutieren. Geyer formuliert die Positionen der Diskutanten, die sich für den rituellen Charakter der Messe stark machen (Mosebach), die Zufälligkeit ebendieses Ritus' zu bedenken geben (Spaemann) beziehungsweise die Bedeutung der Liturgie insgesamt in Frage stellen (Angenendt). Wenn die drei Redner sich am Ende einig sind, dass Traditionsbildung (im Katholizismus) als Ergebnis eines argumentativen Für und Wider jedenfalls in Ordnung geht, freut sich auch der Rezensent.
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