Die Eucharistie gilt als Mitte des christlichen Lebens. Dafür zeigen die alten Liturgien eine Form, die auch die "Waisen und Unmündigen" verstehen konnten: Aufrichtung der Herzen zu Gott, Dank für Jesus Christus, der in der Feier zu seiner Gemeinde kommt und zur Wiederholung seines letzten Mahls auffordert, weswegen die Gemeinde Brot und Wein nimmt und um den verwandelnden Segen bittet, auf dass alle Anteil gewinnen an Tod und Auferstehung Jesu. Die vorliegende Untersuchung verfolgt Verständnis und Praxis des Mittelalters und fragt, ob und wie hier eine organische Liturgieentwicklung vorliegt und in wieweit sich daraus Reformanstöße ergeben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.05.2014
Laut Rudolf Neumaier bietet diese Gesamtdarstellung der mittelalterlichen Messe aus der Hand des Kirchenhistorikers Arnold Angenendt der Kirche allerhand Lernmaterial aus ihrer eigenen Geschichte, das belebender als jede Dogmatik wirken könnte. Angenendts Opus magnum gefällt dem Rezensenten durch Erkenntnisdrang bei der Recherche und Tiefe bei der Analyse. Dass der Autor in seinem Kultverständnis mit Dogmatikern und Traditionalisten kollidiert, scheint ihm folgerichtig, etwa da das Mittelalter hier mitunter recht düster erscheint. Wenn der Autor in dieser Dunkelheit dennoch Licht entdeckt und weltoffene Varianten des Messopfers ausmacht, verdankt sich das laut Rezensent unter anderem der Tatsache, dass Angenendt nicht nur als Wissenschaftler schreibt, sondern auch als aufgeschlossener Priester.
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