Mit 166 farbigen Abbildungen. Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte die botanische und zoologische Forschung und Illustration in Augsburg eine bemerkenswerte Blüte. Ihre Repräsentanten sind heute weitgehend vergessen, obwohl sie zu den besonderen Qualitäten der Stadtgeschichte jener Zeit gehören. Dieses Buch beschreibt die wichtigsten Augsburger Naturaliensammlungen. Es schildert Leben und Werk von Bürgern, die in ihren "freien Musestunden" wissenschaftlich Hervorragendes leisteten. Vor allem aber zeigt es eine Auswahl ihrer bisher unveröffentlichten Illustrationen aus den Beständen der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg. Ihre Werke sind wegen ihrer erstaunlichen Naturtreue kostbare Dokumente der Naturforschung - und oft zugleich von atemberaubender Schönheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2004
Viel mehr als bloß Augsburger Lokalgeschichte hat Julia Voss in diesem "reichbebilderten" Buch gefunden, das die Arbeit naturkundlich interessierter Laien des 18. und 19. Jahrhunderts beschreibt und dokumentiert: Sie beobachteten und sammelten, sie zeichneten und präparierten, und das zu einer Zeit, bevor Biologie als akademisches Lehrfach existierte. Doch schon damals "schossen in Städten wie Leipzig, Frankfurt oder Augsburg die naturkundlichen Vereine wie Pilze aus dem Boden", und so könne man den vorliegenden Band auch als exemplarischen Einblick in die Ambitionen und Lebensweisen des Bürgertums jener Zeit lesen - einerseits. Andererseits, stellt die Rezensentin betrübt fest, hat er uns auch auf ganz eigentliche Art etwas zu sagen: "Denn viele der Arten, die in den Bildern auf Zweiglein wippen und ihre Köpfchen neigen, sind inzwischen in Deutschland ausgestorben."
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