Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.09.2000
Eine Renaissance des Soziologen Alfred Weber, des Bruders von Max Weber, scheint sich leise anzudeuten. Eine Gesamtausgabe ist im Erscheinen und eine "höchst informative und vielschichtige" Biografie, so das Fazit des Rezensenten Werner Bührer, liegt nun auch vor. Geschildert wird der Gelehrte als so konservativ wie tolerant. Frauenhabilitation lehnte er ab, der hohe Anteil jüdischer Studenten an seinem Institut störte ihn, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, nicht. Mussolini fand er nicht unsympathisch, zu Beginn der Naziherrschaft zog er sich aber in die "innere Emigration" der Emeritierung zurück. Nach dem Krieg drängte er auf Entnazifizierung und Reorganisation der Universitäten und wurde SPD-Mitglied. Interessant ist dieser Band, so der Rezensent, für "wissenschafts-, kultur-, geistes- und zeitgeschichtlich interessierte Leser".
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