Aus dem Englischen von Friederike Moldenhauer. Eine Biografie über den Ausnahmekünstler David Bowie, voll sehr persönlicher Erinnerungen. Dieses Buch ist anders als alle, die bisher über David Bowie erschienen sind: Dylan Jones führte Interviews mit über 180 Freunden, Rivalen, Lebenspartnern und Familienangehörigen, von denen viele noch nie über ihr Verhältnis zu Bowie gesprochen haben, und lässt sie in O-Tönen zu Wort kommen. Von der ungeheuren Faszination, die von David Bowie ausging, berichten unter anderem Paul McCartney, Bono, Madonna, Tony Visconti, Lady Gaga, Elton John, Iman, Angie Bowie, Iggy Pop, Damien Hirst und Bob Geldof.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2018
Jan Wiele hat genug von Klatschgeschichten über Groupies und Drogen im Rockstaralltag. Wenn Dylan Jones minutiös Partybuchführung aus den 70ern führt, steigt er aus. Auch Bowies Eitelkeit und sein Umgang mit Kollegen, interessiert ihn wenig. Dabei scheint ihm Jones' Ansatz, eine Musiker-Biografie als Collage aus 182 Zeitzeugen-Interviews zu gestalten, zunächst durchaus vielversprechend. Leider wirken die endlosen, mit heiligem Ernst vorgetragenen Rockstar-Anekdoten im Band auf ihn bald ermüdend. Eine Auseinandersetzung mit Bowies Liebäugeleien mit dem Faschismus kommt hingegen nicht vor, bedauert er. Wie im Buch überhaupt zu wenig reflektiert wird, findet Wiele.
Rezensent Jens Balzer hält Dylan Jones' Bowie-Biografie einerseits für einen Glücksfall, da der Autor keine alles überstrahlende Theorie anbietet und statt Thesen, Zeitgenossen, Familie, Freunde und Kollegen des Künstlers sprechen lässt, unterhaltsam, bunt und erkenntnisreich. Dass der Autor seine Quellen mitunter nicht klar definiert und nicht immer kritisch genug nachfragt, stößt Balzer allerdings sauer auf. Richtig ungehalten wird er, wenn Jones Bowies Hitler-Verehrung und seinen Sexismus unter den Teppich kehrt. Ein vollständiges Bild des Künstlers kommt so nicht zustande, meint Balzer.
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