Entstehungsgeschichte, Struktur, Prozesse und Wirkung des Bachmann-Preises zwischen 1977 und 1996 werden aus literarhistorischer, kultursoziologischer und medienwissenschaftlicher Perspektive analysiert. Erstmals liegt damit eine umfassende Untersuchung zu einem der umstrittensten Literaturwettbewerbe des deutschen Sprachraums vor.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2004
Eine "durchweg spannend zu lesende Studie" erblickt der "Jdl" zeichnende Rezensent in diesem Band über den Ingeborg-Bachmann-Preis, den die Klagenfurter Germanistin Doris Moser nun vorgelegt hat. Wie er berichtet, liefert Moser nicht nur Vorgeschichte und Geschichte des Spektakels, sondern auch eine empirische Untersuchung zu seinen wichtigsten Parametern, eine Befragung von Autoren, Juroren, Lektoren und Feuilletonisten. Obwohl "penibel" und von "erstaunlicher Materialfülle" ist die Studie nach Ansicht des Rezensent weit davon entfernt, "zur trockenen Wissenschaftsprosa zu verkommen." Seinen Beifall findet zudem der Ansatz der Autorin, den Bachmann-Wettbewerb einmal vorwiegend unter ökonomischen Aspekten zu sehen. Nicht ohne Witz rechne Moser in ihrem Buch Pierre Bourdieus Kapitaltheorie auf die Klagenfurter Verhältnisse herunter, hält der Rezensent fest und fügt hinzu: "Und die Empirie gibt ihr Recht. Noch nie haben die Autoren an Klagenfurt so sehr den Werbeeffekt geschätzt wie heute, noch nie waren sie so marktgerecht smart."
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