Donatella Di Pietrantonio

Bella mia

Roman
Cover: Bella mia
Antje Kunstmann Verlag, München 2016
ISBN 9783956140914
Gebunden, 226 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Als 'Bella mia' besingt ein Volkslied die Stadt L'Aquila in den Abruzzen - 2009 legt ein Erdbeben sie in Schutt und Asche, tötet Menschen, reißt Familien auseinander. In einer der Behelfsunterkünfte, die bald die einzige Normalität darstellen, versuchen drei Menschen, den Weg zurück ins Leben zu finden: die Erzählerin Caterina, deren Zwillingsschwester Olivia umkam, als sie noch kurz in das einstürzende Haus zurücklief, Marco, Olivias heranwachsender Sohn, der nach dem Verlust niemanden mehr an sich heranlässt, und die alte Mutter, die sich um alle kümmern will und doch selbst am meisten Hilfe braucht. Wie soll man einem schweigsamen, störrischen Jugendlichen plötzlich Ersatzmutter sein, wie den eigenen Gefühlen wieder trauen und die Sicherheit finden, sich auf Neues einzulassen? Behutsam, über kleine Gesten und auf ganz unterschiedlichen Wegen finden die drei allmählich aneinander Halt und den Mut, der Willkür und Vernachlässigung durch die Behörden zu trotzen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.03.2016

Auch wenn Donatella Di Pietrantonios neuer Roman "Bella mia" von dem Erdbeben handelt, das im Jahre 2009 die italienische Stadt L'Aquila zerstörte, geht es hier nicht vorrangig um die nachlässige Politik, der nicht nur eine Vielzahl der Opfer, sondern auch der stockende Wiederaufbau der Stadt zuzurechnen ist, informiert Rezensentin Jutta Person. Vielmehr liest die Rezensentin hier die psychologisch feinsinnig geschriebene Geschichte von Caterina, die, nachdem sie ihre Zwillingsschwester Olivia bei dem Erdbeben verloren hat, mit ihrer Mutter und ihrem verwaisten Neffen am Stadtrand lebt, ihre Keramikwerkstatt wiederaufbaut und sich beim Töpfern mit dem Verhältnis zu ihrer Schwester auseinandersetzt, erzählt die Kritikerin. Auch wenn ihr einige Passagen gelegentlich zu therapeutisch geraten, überzeugt doch Pietrantonios Gespür für psychologischen Realismus und Minimalismus, der auch ihre Landschaftsbeschreibungen prägt, schließt die Rezensentin, die auch mit Maja Pflugs Übersetzung sehr zufrieden ist.
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