Über sieben Jahre hinweg wächst die Freundschaft zwischen Johann und dem gleichaltrigen Ludwig. "Bis wir Zwillinge sind", sagt Ludwig, denn nur so haben sie beim Ruder-Wettkampf im Zweier ohne gegen die echten Zwillinge aus Potsdam eine reelle Chance. "Nichts darf zwischen uns stehen." Gar nichts? Als Johann mit Ludwigs Schwester Vera schläft, versucht er es vor Ludwig zu verbergen. Der scheint nichts zu merken, wird aber immer seltsamer. Schließlich wird Johann klar, dass Ludwig ihr Zwillingsgelübde bis über alle Grenzen hinaus austesten will.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2001
Ute Stempel kann diese Novelle des 39-jährigen Romanciers Dirk Kurbjuweit über das Scheitern einer Jugendfreundschaft gar nicht genug loben. Die Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten Ludwig und Johann beginnt, als beide Jungen den Sturz eines Mädchens von einer Brücke beobachten und endet, weil sie letztlich auf "Vertrautheit ohne Innerlichkeit" beruht, erzählt Stempel. "Bewundernswert dichterisch" erzähle der Autor diese Geschichte, "kunstfertig", "ästhetisch eindringlich", "geradlinig", "virtuos", "raffiniert" und "unaufdringlich kriminalistisch". Endlich sei die deutsche Literatur mal wieder, so die Rezensentin, um eine eindringliche und feinfühlige Geschichte über die erwachende Sexualität zweier Heranwachsender bereichert worden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2001
Dirk Kurbjuweit erzählt die Geschichte einer Jugendfreundschaft fürs Leben, die nur sieben Jahre währt. Luwig und Johann werden zum besten Ruderteam der Gegend, angestrebt ist, von Ludwig jedenfalls, "die totale Symbiose". Ähnlichkeiten zu Kurbjuweits unlängst im Spiegel veröffentlichter Reportage über den an Bulimie gestorbenen Ruder-Olympiasieger Bahne Rabe erwähnt der Rezensent Axel Rühle, bescheinigt der Novelle aber, dass sie mit "bewundernswerter Eleganz und erzählerischer Ökonomie" erzählt ist. Eine einzige Schwäche nur habe sie: Johann ist, so Rühle, ein problematischer Erzähler, zu naiv, um den "scharfen Beobachter Ludwig" anders als "hinter seinem eigenen Rücken" in den Blick kommen zu lassen.
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