In der Sprache ihrer Eltern heißt Ada Insel. Ada denkt, auch sie wäre eine einsame Insel. Der Umgang mit anderen Menschen ist ihr oft unangenehm; wann sie sich wie verhalten soll, kann sie schwer einschätzen. Ada will geliebt werden, nicht von allen, unbedingt aber von den anderen. Dilek Güngör erkündet in "A wie Ada" die Beziehungen ihrer Protagonistin, angefangen bei deren Kindergarten- und Schulfreundschaften bis hin zu ihren eigenen Kindern und ihrem Mann. In Miniaturen lernen wir eine stolze wie auch verletzliche Frau kennen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.02.2024
Arno Widmann ist hingerissen von Dilek Güngörs knappen Szenen über Ada, ein Kind türkischer Immigranten in Deutschland, zwischen Türkisch- und Deutschsein, zwischen dem Wunsch nach Unverwechselbarkeit und dem Verlangen dazuzugehören. Widmann heben die lustigen Pointen manchmal sanft über die Nachdenklichkeit hinweg, zu der ihn die Lektüre immer wieder anregt. Die Dichte der Geschichten und Sätze erstaunt ihn, als hätte die Wirklichkeit selbst sie ins Buch geprägt, meint er.
Eine geheimnisvolle Frau steht laut Rezensentin Shirin Sojitrawalla im Zentrum des neuen Buchs Dilek Güngörs. Die Frau heißt Ada, erfahren wir, und ihr Leben - wir begegnen ihr sowohl in der Schulzeit als auch als Erwachsene - wird von Güngör weniger erzählt als angedeutet. Ada ist, führt Sojitrawalla aus, von ihrer migrantischen Herkunft und ihrem Geschlecht geprägt, sie glaubt stets, sich anpassen zu müssen und fühlt sich zu Vergleichen mit Menschen in ihrem Umfeld genötigt. Wie "einen Edelstein" betrachtet die Autorin ihre Protagonisten von allen Seiten, meint die Kritikerin, dabei entsteht eine reduzierte Erzählung über Ängste und Zerrissenheit, aber auch "humorvolle Dialoge" und poetische Formulierungen haben hier ihren Platz. Sprachlich ist das großartig, so Sojitrawalla am Ende, aber dass sie Ada auch nach der Lektüre so wenig zu kennen meint, bedauert sie doch.
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