Der Autor beschäftigt sich mit der Geschichte imaginärer Bibliotheken und ihren jeweiligen Funktionen in der Literatur seit dem Mittelalter. In den neueren Epochen stellt er geradezu eine Bibliothekshysterie fest, die einen fortschreitenden "subversiven" Charakter annimmt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002
Rezensent Burkhard Müller führt vor, wie man ein akademisches Werk am besten nicht beginnen sollte. Sein Zitat des ersten Satzes aus dem Buch von dem Romanisten Dietmar Rieger spricht schon für sich: Man versteht nicht viel. Auch sonst erschließt sich dem Leser dieses Buch über Bibliotheken in der Literatur nur sehr schwer, stöhnt der Rezensent. Rieger setze umfangreiche Fremdsprachenkenntnisse voraus, was für Müller auch nicht dazu beiträgt, die "Festigkeit des akademischen Rituals" für den Leser aufzubrechen. Bis auf das erste Kapitel, aus dem man Kenntnisse zur historischen Entwicklung der Bibliothek im Mittelalter gewinnen könne, leide der Band an "der Crux des stoff- und motivgeschichtlichen Ansatzes", der den Leser nicht an das Thema heranführe, sondern ihn außen vor lasse. Und dann ist Müller noch enttäuscht darüber, dass die für ihn interessantesten Dinge, wie etwa die Ansichten des "nachmaligen Bibliothekars Casanova" zu Gemeinsamkeiten von Büchern und Frauen, in die Fußnoten abgedrängt werden.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Lukas Bärfuss: Königin der Nacht Eine kleine Stadt in der Schweiz. Ein Haushalt mit einer Frau und ihrem Sohn. Es gibt keinen Mann, es gibt Männer. Und an Geld herrscht immer Mangel, an Zärtlichkeit erst… Ben Lerner: Transkription Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…