Dieter Thomä (Hg.)

Analytische Philosophie der Liebe

Cover: Analytische Philosophie der Liebe
Mentis Verlag, Paderborn 2000
ISBN 9783897853003
Kartoniert, 233 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Die Liebe - dieses ebenso wunderbare wie verwirrende Gefühl, romantisch verklärt und besungen, aber auch missbraucht und medial vermarktet, ist ein Phänomen, mit dem sich die Philosophen immer schwer getan haben. In diesem Buch sind Beiträge versammelt, die zeigen, wie das Philosophieren über die Liebe gelingen kann. Gerade Philosophen aus der analytischen Schule, die oft für ihre formale Trockenheit geschmäht worden ist, finden Zugang zum Verständnis dieses Phänomens - und sie finden den richtigen Ton diesseits von Schwelgerei und Romatik. Während sonst oft moral- und sozialphilosophische Probleme der Sexualität und der Geschlechterrollen debattiert werden, geht es hier um die Liebe als komplexe gefühlsmäßige Haltung. Dabei zeigt sich, daß die Liebe auf brisante Weise in zentrale Themen der gegenwärtigen Philosophie hineinspielt: So geht es dabei immer auch um personale Identität, den Stellenwert der Moral in der Interaktion, Selbstbestimmung und Selbstvergessenheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.12.2000

Thorsten Jantschek, der sich mit mehrere Beiträgen in diesem Buch auseinandersetzt, war sichtlich inspiriert. Thomä habe hier eine Debatte zusammengestellt, die "heterogener nicht sein könnte", indem er mit "geschickter Dramaturgie" die Texte so zusammengestellt habe, dass sie sich "aufeinander beziehen, widersprechen und ergänzen". Der "historische Dreh- und Angelpunkt" der Aufsätze ist laut Jantschek Aristoteles` Definition der Liebe als "freundschaftliche philia im Gegensatz zum begehrenden Eros". Die Autoren nähern sich dem Phänomen Liebe von verschiedenen Seiten, berichtet Jantschek: So wird die Liebe untersucht mit Hilfe einer Philosophie des Geistes, aus feministischer Sicht oder mit Kants Rechtslehre. Letztlich gebe es zwei Herangehensweisen - eine theoretisch-philosophische und eine moralisch-ethische - die für Jantscheks Gefühl aber beide der "armen Liebe" nicht wirklich gerecht werden. Am überzeugendsten fand er den Aufsatz von Amélie Oksenberg Rorty, die die Liebe aus der "lebendigen menschlichen Praxis" heraus verstehe. Denn eigentlich, so Jantschek, beginnt die Liebe dort, wo die Philosophie aufhört.