Die Weimarer Klassik wird hier von einer neuen Perspektive aus betrachtet: etwa am Beispiel von Goethes Musikästhetik, der Rolle der Erotik in der Weimarer Dichtung oder den widerständigen Elementen von Goethes Theaterkosmos.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2000
Hans-Herbert Räkel gelingt es in seiner ausführlichen Besprechung, Lob wie eine Beleidigung klingen zu lassen. So empfiehlt er das Buch "ohne Einschränkung", aber nur dem "gebildeten Leser" - die "Fachgenossen" mögen sich mit ihm daran stören, dass Borchmeyer sein Goethe-Buch "mit Enthusiasmus, rhetorischem Geschick und im festen Vertrauen darauf, verstanden zu werden" geschrieben hat. Borchmeyer, schreibt Räkel halb anerkennend, halb herablassend, hat den Umgang mit Literatur "noch vor aller Dekonstruktion gelernt". Räkel beschreibt ausführlich die vier Hauptkapitel des Buches, das Goethe als Zeitbürger (im Gegensatz zum überzeitlichen Klassiker) rehabilitieren will. Besonders widmet er sich dabei dem Abschnitt über "Goethes Musikologie". Im letzten Kapitel beindrucken Räkel vor allem die Motti, die Borchmeyer "mit überraschender Treffsicherheit" aus Thomas Manns `Lotte in Weimar` herausgesucht habe.
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