Der Olympiasieger beschreibt seinen Absturz vom gefeierten Laufhelden zum Ausgestoßenen, der seinen Sport verraten haben soll. In Deutschland ist er vom Dopingverdacht freigesprochen, laufen darf er dennoch nicht. Baumann schildert eine Phase seines Lebens, die von Krisen, Depressionen, Hoffnungen und einer unglaublichen Willenskraft geprägt ist. Er zeigt, was es heißt, immer wieder aufzustehen, auch wenn es keine Hoffnung auf ein Leben danach zu geben scheint. Die Kraft dazu schöpft er aus dem laufen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.01.2002
Das Buch des Leichtathleten Dieter Baumann, der 1999 des Dopings überführt und fortan zwei Jahre gesperrt wurde, ist, warnt Christoph Albrecht-Heider, "einseitig". Es ist eine "Abrechnung", so der Rezensent, eine, die der Sportler zusammen mit Josef-Otto Freudenreich, Reporter bei der "Stuttgarter Zeitung", verfasst hat. Und es ist ein Buch nur für Eingeweihte, findet der Rezensent. Für Nicht-Kenner der Sportszene müsse sich zwangsläufig der Eindruck ergeben, hier sei ein Unschuldiger hingerichtet worden. Dazu trage nicht nur die höchst emotionale Sprache, sondern auch die sich aufdrängende Lesart als Parabel vom Guten und Bösen bei. Der Rezensent gesteht zu, dass Baumann kaum eine andere Wahl hatte, als ein subjektives Buch zu schreiben, aber dennoch vermisst er in diesem Schwarz-Weiß-Bericht die Grautöne. Nicht nur Baumann habe unter der umstrittenen Sperre zu leiden gehabt, findet Albrecht-Heider, sondern auch andere Beteiligte, die sich mit dieser Entscheidung durchaus schwer getan hätten.
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