Die tragische Intensität Europas - Eine Literatur aus Serbien

Schreibheft - Zeitschrift für Literatur 71
Cover: Die tragische Intensität Europas - Eine Literatur aus Serbien
Rigodon Verlag, Essen 2008
ISBN 9783924071271
Kartoniert, 212 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Zarko Radakovic unter Mitwirkung von Peter Handke. Mit Texten von Magdalena Platzova, Milos Crnjanski, Milovan Danojlic, Dragan Aleksic, Vasa Pavkovic, Aleksandar Tisma, David Albahari, Miodrag Pavlovic, Ilma Rakusa, Peter Handke, Brankica Becejac, Dragan Velikic, Ana Ristovic, Igor Marojevic, Zarko Radakovic, Danilo Kis, Borislav Pekic, Bora Cosic und Laszlo Vegel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.10.2008

Rezensentin Ina Hartwig fürchtet sich ein bisschen, als sie den Namen Peter Handkes als Beteiligter an der Auswahl der Texte zu dieser Ausgabe des "Schreibheft" entdeckt. In dem vorangestellten Gespräch zwischen Handke und seinem Übersetzer und Freund Zarko Radakovic sieht sie sich auch zunächst bestätigt, zeigt es doch einmal mehr den, wenn es um Serbien geht, "entfesselten Handke". Dann aber ist sie dem Autor geradezu dankbar, dass er die Leser an seinen literarischen "Entdeckungen und Vorlieben" teilhaben lässt, denn das Heft hat Texte von "überwältigender literarischer" Qualität zu bieten, wie die Rezensentin beteuert. So hebt sie aus der Menge der serbischen Autorinnen und Autoren, die im "Schreibheft" versammelt sind, Alexandar Tisma hervor, der sie mit scharfsinnigen Reflexionen über das Altern und den "männlichen Trieb" beeindruckt, und die mit 30 Jahren ermordete Brankica Becejac, deren Klugheit, Stolz und Scharfzüngigkeit Hartwig bewundert. Auf Handkes im Eingangsgespräch demonstrierten "gesamtjugoslawischen Patriotismus" hätte die Rezensentin allerdings liebend gern verzichtet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2008

Während Peter Handke als besonnener Schriftsteller gilt, neigt er in mündlichen Äußerungen dazu, sich um Kopf und Kragen zu reden, stellt Rezensent Andreas Platthaus fest. Das trifft offenbar auch auf das Gespräch zwischen Handke und Herausgeber Zarko Radakovic zu, das dieser Auswahl serbischer Autoren und Autorinnen vorangestellt ist. Als Auswählender im Gespann mit Radakovic aber zeige sich Hanke in dieser Anthologie einmal mehr als "beseelter Leser", der aus seiner Liebe zur serbischen Literatur keinen Hehl mache, so der Rezensent weiter. Auch Platthaus ist beeindruckt - sowohl von den eher düsteren Texten Aleksander Tismas oder Miodrag Pavlovics als auch von den "Liebeserklärungen" an Serbien in der Prosa von Dragan Aleksandars "wundervollen Miniaturen", der allerdings 1986 zur Zeit der Abfassung bereits im französischen Exil lebte. Überhaupt spielt das Exil in fast allen Texten eine prominente Rolle, lässt uns der Rezensent wissen, wobei die schon als Kind nach Deutschland gekommene Brankica Becejac eine Ausnahme bilden dürfte. Befremdlich findet es Platthaus, wenn Handke fantasiert, die 2001 von ihrem Ehemann ermordete Schriftstellerin hätte irgendwann angefangen, auch auf Serbisch zu schreiben, zumal es an der Qualität ihrer Prosa doch nichts geändert hätte, wie der Rezensent betont.
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