Devika Rege

Die rastlosen Jahre

Roman
Cover: Die rastlosen Jahre
CulturBooks, Hamburg 2026
ISBN 9783959882491
Gebunden, 432 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem indischen Englisch von Barbara und Stefan Weidle. Mumbai, nach einer historischen Wahl: Naren kehrt nach Jahren an der Wall Street nach Indien zurück, in ein Land, das ihm zugleich vertraut und fremd geworden ist. Ihn begleitet Amanda, die in einem Slum für eine NGO arbeitet. Rohit, Narens Bruder, sucht nach Zugehörigkeit und gerät zunehmend in den Sog eines erstarkenden Nationalismus. Was sie verbindet, sind Freundschaft, Loyalität und Begehren - und die Erfahrung, dass politische Überzeugungen immer stärker in ihr privates Leben eingreifen und vertraute Bindungen verändern. Während sie ihren Platz im neuen Indien suchen, verdichten sich die gesellschaftlichen Spannungen, bis sie in einer ekstatischen Festnacht offen Bahn brechen. "Die rastlosen Jahre" entfaltet das vielstimmige Panorama einer Gesellschaft im Wandel. Radikalisierung erscheint hier nicht als plötzlicher Bruch, sondern als allmählicher, widersprüchlicher Prozess im Alltag.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.05.2026

Einen wunderbaren Debütroman legt Devika Rege laut Rezensent Ingo Arend vor. Die Handlung spielt während des Aufstiegs des Modi-Nationalismus in Indien, wobei der Premierminister des Buches keinen Namen trägt. Die Erzählperspektive wechselt zwischen drei Hauptfiguren hin und her: Naren, ein Wall-Street-Berater, der aus den USA nach Indien zurückkehrt, die Amerikanerin Amanda, die ihn begleitet, sowie Narens Bruder Rohit, mit dem Amanda eine Beziehung beginnt. Der Rechtsruck im Land hat Auswirkungen auf alle drei Figuren, deren Einzelschicksale während des hinduistischen Fests "Ganeshotsav" zusammengeführt werden und in einem "intellektuellen Showdown und einer blutigen Massenpsychose" eskalieren. Das alles ist einfallsreich und komplex erzählt, versichert Arend, gelegentlich geht es auch chaotisch zu, immer jedoch lebendig. Als einen "Gegenentwurf zu der ideologischen Formierung" des "neuen Indien" unter Modi betrachtet Arend diesen von Barbara und Stefan Weidle vortrefflich übersetzten Roman.

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