Delphine de Vigan

Nach einer wahren Geschichte

Roman
Cover: Nach einer wahren Geschichte
DuMont Verlag, Köln 2016
ISBN 9783832198305
Gebunden, 350 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Doris Heinemann. Zwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist sofort fasziniert von der klugen und eleganten L., die als Ghostwriter arbeitet. Aus gelegentlichenTreffen werden regelmäßige, man erzählt einander das eigene Leben, spricht über Familie und Freunde, vor allem über Freundinnen. Und natürlich über Bücher und Filme, die man liebt und bewundert. Delphine ist glücklich über die Gemeinsamkeiten und fühlt sich verstanden wie schon lange nicht mehr. Ganz entgegen ihrer Gewohnheit gibt sie in einem Gespräch über das Schreiben die Idee für ihr nächstes Buch preis. L. reagiert enttäuscht: Wie nur könne Delphine ihre Zeit auf eine erfundene Geschichte verschwenden? Eine Autorin ihres Formats müsse sich der Wahrheit verschreiben. Delphine ist entsetzt. L.s leidenschaftlich vorgetragene Forderung löst eine tiefe Verunsicherung in ihr aus. Bald kann sie weder Papier noch Stift in die Hand nehmen. L. scheint völlig unglücklich über das zu sein, was sie in der Freundin ausgelöst hat. Selbstlos übernimmt sie die Beantwortung von E-Mails, das Absagen von Lesungen und Interviews, das Vertrösten des Verlags, der auf einen neuen Roman wartet. Und all das in Delphines Namen. Keiner weiß davon, keiner kennt L., und so ist Delphine allein, als sie feststellt, dass L. ihr immer ähnlicher wird…

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.10.2016

Eine schillernde, mal jugendlich aufgelöste, mal lebenserfahrene und ernste Person stellt uns Rezensentin Jeannette Villachica in ihrer Rezension zu "Nach einer wahren Geschichte" vor. Mit Adjektiven wie "faszinierend", "hinreißend", "verwirrend" und "betörend" beschreibt sie sowohl die Protagonistin des Romans, als auch die gleichnamige Autorin Delphine de Vigan und scheint sich damit auf de Vigans raffiniertes Spiel mit den Lesern nicht nur einzulassen sondern es selbst aufzugreifen. Wer ist wer, wer ist Antagonist und wer Protagonist oder sind beide die selbe Person? Die Rezensentin weiß es nicht und ist entzückt darüber, wie de Vigan ihre Leser täuscht, verwirrt und am Ende aus einem "Wechselbad der Gefühle" entlässt, wenn es einen denn loslässt...

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