Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Eleonore Caribou ist die ideale Consultingfrau bei "Ernst&Young": 26 Jahre jung, weltgewandt, erfolgreich. Der Beruf ist ihr Leben. Wenn sie nach Hause kommt, wartet nichts als Leere. In ihrer Einsamkeit beschließt sie, ein paar Tage Auszeit zu nehmen. Dem Standard ihrer Klasse gemäß lässt Eleonore sich vom Ex-Freund Julien an die Cote d'Azur einladen, um sich zusammen mit Freunden in der Villa seines Vaters zu amüsieren. Am Pool liegt die junge Elite zusammen, einer schöner als der andere - aber wer ist am schönsten? Prunksucht und Neid, viel Geld und wenig Geist verbinden sich zu einer gefährlichen Mischung. In den Vorzeigekörpern verbirgt sich die latente Bereitschaft zur Gewalt. "Am Pool" schreibt eine Sittengeschichte vom strahlenden Ende der Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.02.2007
Recht gelungen findet Christoph Bartmann diesen "soziologischen" Roman von Benjamin Berton über eine Gruppe erfolgreicher junger Menschen aus der Beraterbranche. Die Intention des Romans betrachtet er als soziologisch-kritisch und fühlt sich bei der Lektüre dann auch an Pierre Bourdieu einerseits, an Michel Houellebecq anderseits erinnert. Er bescheinigt dem Autor einen präzisen Blick auf das ebenso hedonistische wie egoistische Leben junger Karrieristinnen und Karrieristen zwischen Koks, Sex und Kennzahlen. Die Darstellung der Verhältnisse in Büro und am Pool scheint ihm "wissenschaftlich-unbeteiligt" und zugleich "Dinge ins Monströse und Groteske steigernd". Besonders das Kapitel über eine heftige Sexparty hat ihn beeindruckt. Er würdigt es als kritisch gemeinte "selten gelesene Vermischung von soziologischem Kommentar und sexuellem Ultra-Realismus".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2006
"Raffiniertes Spiel, alberne Provokation oder einfach nur Sozialkitsch?" Martin Halter tendiert eindeutig zu letzterem, die Beschreibung eines ausschweifenden Wochenendes von französischen Yuppies lässt ihn kalt, sogar die "homo-, metro- und parasexuellen" Orgien. Den "hilflos braven" Autor Benjamin Berton kann er zudem nicht so recht ernst nehmen, und er wünscht sich Michel Houellebecq zurück. Der sei wenigstens zynisch, Berton dagegen geißele die verkommene Welt der erfolgreichen jungen Menschen so "treuherzig", dass Halter sich noch mehr langweilt als die verwöhnten Protagonisten. Lohnend wird es für den Rezensenten dann, wenn bei der fortlaufenden Schilderung etwa einer Partyszene sich immer mehr Surreales einschleicht, und die Sozialkritik in Begeisterung für das Sündenbabel umschlägt. Ob das Bertons Absicht ist, bezweifelt Halter aber offenbar.
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