David Sedaris

Schöner wird's nicht

Cover: Schöner wird's nicht
Karl Blessing Verlag, München 2008
ISBN 9783896673855
Gebunden, 320 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich. Dem Alltag wohnt der Wahnwitz inne: Wer daran verzweifelt, findet Trost bei manch kurzweiligem Kolumnisten. David Sedaris ist das nicht genug. Das Beste an seinem Leben ist, dass er darüber Buch führt. Er arbeitet seine Kindheit auf (die Hölle eines amerikanischen Vorortes, begleitet von einer trinkenden Mutter, schizophrenen Schwestern und schwulen Ambitionen), spürt seiner Jugend nach (der Versuch, der Hölle durch haarsträubende Jobs und persönlichkeitsverändernde Drogen zu entkommen) oder stellt einen erwachsenen Wahlfranzosen dar. "Schöner wird's nicht" liefert neue Episoden aus dem Paralleluniversum des Autors. Er erläutert, wie man sich mit Schallplattenhüllen vor psychopathischen Singvögeln schützt, was modische Herrenaccessoires über Erektionsschwierigkeiten verraten und warum man in Tokio weder Japanisch lernen noch mit dem Rauchen aufhören sollte. Und er stellt unter Beweis, dass Kreuzworträtsel viel mit Lebensbewältigung gemein haben. Du kannst immer die passende Lösung aufschreiben. Du musst einfach nur die Vorgaben ignorieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.01.2009

"Schöner wird's nicht", aber David Sedaris war auch schon mal besser. So lässt sich Merten Worthmanns Rezension dieses neuen Bandes mit gesammelten Texten des hoch erfolgreichen und von manchem fast kultisch verehrten Autors David Sedaris zusammenfassen. Komischer jedenfalls war Sedaris nach Auffassung des Rezensenten schon und weniger zu "Melancholie" und "Sentimentalität" geneigt. Zu tun hat die Veränderung mit der Wende, so Worthmann, die Sedaris' Leben genommen hat: nämlich in Richtung Riesenerfolg. Sedaris war ja vor allem auf komische Weise peinlich, einer, der sein "dysfunktionales" Leben so ehrlich wie selbstironisch zu schildern verstand. Nun aber klinge manches wie eine bloße "Skurrilisierung" eines in Wahrheit doch sehr weich gebetteten Daseins. Keineswegs will Worthmann missverstanden werden: Das mache immer noch Spaß, sei "launig" und immer "flüssig wegzulesen". Dennoch lautet die Diagnose: Sedaris befindet sich in einer "literarischen Midlifecrisis".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.12.2008

Obwohl Rezensent Wilhelm Trapp auch nach diesem Buch nicht wirklich davon überzeugt ist, das David Sedaris ein echter Schriftsteller und kein Vermarkter seines Lebens als Literatur-Sitcom des Scheiterns ist, kann er sich dem neuesten Erzählband doch nicht entziehen. Zwar ist es seiner Ansicht nach gewissermaßen nach dem gleichen Muster wie alle Sedaris-Geschichten gestrickt: drängende Jugendgeschichten aus der Welt der coolen, hippen Urbanisten. Doch gesellten sich diesmal in die Stories der Anfang Fünfzigjährigen neue, ungebetene Gäste - nämlich das Alter und der Tod, was den Erzählungen für den Rezensenten einen neuen, und interessanten Geschmack gibt.

Beliebte Bücher

Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Robert Menasse. Die Lebensentscheidung - Novelle . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Robert Menasse: Die Lebensentscheidung
Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…