Aus dem Englischen von Gunnar Kwisinski. Seinen kleinen Bruder hatte er auf der Überfahrt von Deutschland nach Südamerika vor meterlangen Anakondas, den Ungeheuern des Dschungels, gewarnt. Erich Linden, sechzehn Jahre alt, bringt 1946 die Heimat zerstört, der Vater gefallen eine Fahrt ins Ungewisse hinter sich, hinein in ein neues Leben, das er mit Bruder Zeppi und seiner Mutter in der Obhut seines Onkels Klaus in Venezuela finden soll. Nur noch ein kurzer Flug trennt die Familie von dem Ort im Orinokobecken, wo Klaus seinen neuen Posten antreten wird. Doch ein Sturm zwingt die Maschine zur Notlandung in einem Fluss. Verloren in den Weiten des venezolanischen Urwalds begreift Erich nach und nach, dass sein neuer Vater Klaus keineswegs der noble Herr ist, als der er sich gibt. Und dass es Zeit ist, seinen eigenen Weg zu gehen, der vielleicht zurück in die Zivilisation führt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2010
Als einen etwas peppigeren "Herr der Fliegen" annonciert Margret Fetzer uns das Buch. Überrascht ist sie über eine völlig neuartige Perspektive auf das Dritte Reich und eine gelungene satirische Auseinandersetzung mit dem Thema "Das Eigene und das Fremde" im südamerikanischen Urwald, während in Deutschland der Nazi-Wahn tobt. Wie sich ein entsprechend indoktrinierter blonder Junge unter Anleitung eines Ethnologen mit den Sitten und Gebräuchen von Urwald-Indianern befasst, keine ganz luftige Sache also, scheint ihr hier von Torsten Krol intelligent und auch noch leicht und amüsant erzählt.
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