Aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich. Neue Geschichten aus der Hölle, die Familie heißt. Der vergötterte Vater ist in Wirklichkeit ein peinlicher Wicht, die Mutter hat dich sowieso nie verstanden, die Kameraden sind alle cooler und reicher als du. David Sedaris versteht es, die Schrecken des Jungseins und des Familienlebens so haarsträubend komisch und charmant zu schildern, dass sich plötzlich alle kleinen und großen Katastrophen der Jugend wie eine urkomische Autobiografie lesen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.11.2004
Auf dem schmalen "Grad zwischen geistreich Absurdem und reinem Unsinn" hat sich Helmut Mauro von David Sedaris' recht sicher gespannten, "wohlkalkulierten Erzählsträngen" leiten lassen. Begegnet sind ihm dabei "wunderbar abseitige Metaphern" und eine "sprachliche Virtuosität", mit denen der Autor sein Lieblingsthema bearbeitet: Familie und Kindheit in einer tölpelhaften Südstaatenfamilie mit dominanter Mutter, scheiterndem Vater und Sedaris selbst - "ausgelacht, gemobbt und angespuckt". Sedaris hat es darauf angelegt, seine Leser mit seinem angehäuften Psychomüll in die schiere Verzweiflung zu treiben, mutmaßt Mauro, der die Methode des Autors anerkennend wie folgt beschreibt: "Er strickt das Thema so weit fort, verstrickt sich und den Leser soweit hinein, dass alles in einem Strudel von absurden Begebenheiten und sich überschlagenden Formulierungen kulminiert". Der Rezensent hat sich von diesem Wortschwall bereitwillig mitreißen lassen und hatte dabei noch nicht mal Zeit, das Erzählte abstoßend oder zynisch zu finden.
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