David Mitchell

Die Knochenuhren

Roman
Cover: Die Knochenuhren
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016
ISBN 9783498045302
Gebunden, 816 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Volker Oldenburg. An einem verschlafenen Sommertag des Jahres 1984 begegnet die junge Holly Sykes einer alten Frau, die ihr im Tausch für "Asyl" einen kleinen Gefallen tut. Jahrzehnte werden vergehen, bis Holly Sykes genau versteht, welche Bedeutung die alte Frau dadurch für ihre Existenz bekommen hat. Metaphysischer Thriller, moralische Betrachtung und Chronik unseres selbstzerstörerischen Handelns - dieser kaleidoskopische Roman mit seiner Vielfalt von Themen, Schauplätzen und Zeiten birst vor Erfindungsreichtum und jener Intelligenz, die David Mitchell zu einem der herausragenden Autoren seiner Generation gemacht hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2016

Tobias Döring hat keinen Zweifel: David Mitchell ist ein großer Erzähler. Das beweist der Autor dem Rezensenten wiederum mit seinem neuen Roman. Nur wovon Mitchell eigentlich erzählt, das vermag Döring nach über 800 Seiten nicht zu sagen. Was als Chicklit, als Geschichte einer 15-jährigen Ausreißerin im Jahr 1984 beginnt, splittert bald mittels Schnitten und Zeitsprüngen auf in weitere Geschichten, die sich über 60 Jahre bis ins Jahr 2043 spannen, erläutert Döring das Wahnsinnsbuch. Doch damit nicht genug. Das realistische Erzählen gleitet laut Döring bald ins Genre des Fantasy-Thrillers hinüber, wandernde Seelen, Psychoduelle und Telekinese inklusive, und fordert der Leserin einiges an Kombinationsgabe ab. Immer neue Wirklichkeitsräume öffnen sich kaleidoskopartig vor den Augen des Rezensenten. Dass Döring das weiter spannend und vergnüglich findet, ist eigentlich ein Wunder. Genau, ein Wunder an Schöpfungskraft, bestätigt der mit- und hingerissene Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 12.03.2016

Für Felix Zwinzscher steht fest: Wenn es überhaupt jemand schaffe, einen "absurden Fantasy-Plot als intelligenten Gesellschaftsroman" zu schreiben, dann der Brite David Mitchell, Schöpfer des "Wolkenatlas". Mehr noch: Mindestens sechs literarische Genres, vom Jugendbuch bis zur Endzeit-Erzählung, will der Kritiker im neuen Werk gefunden haben, und nach etwa der Hälfte des Romans würden alle Fäden zusammenlaufen - auch wenn sich Zwinzscher nicht ganz erklären kann, wie dem Autor dies gelingt. Der Rezensent umreißt das Geschehen des "literarischen Mammutprojekts", will aber aus Spoiler-Gründen nicht zu viel verraten. Ihm erscheint Mitchells Roman, der sowohl in reale als auch übersinnliche Welten entführe, wie eine Fernsehserie in sechs Staffeln, die man sich an nur einem einzigen Wochenende komplett ansieht.
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