David Foenkinos

Größter anzunehmender Glücksfall

Roman
Cover: Größter anzunehmender Glücksfall
C. H. Beck Verlag, München 2006
ISBN 9783406550683
Gebunden, 221 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Christian Kolb. Jean-Jacques und Claire sind seit acht Jahren verheiratet, und zwischen der sonntäglichen Lammkeule bei Claires Eltern auf dem Land und dem zukunftspessimistischen Chinesischunterricht für die sechsjährige Tochter Louise spulen sie monoton und routiniert ihr Ehe- und Liebesleben ab, das einst durch eine Reise nach Genf - auf den Spuren von Albert Cohens Roman "Die Schöne des Herrn" - seinen mythisch überhöhten Gipfel erreicht hatte. Aus Neid auf seinen Kollegen Edouard, der sich nach seiner Scheidung zu einem rasanten Casanova entwickelt hat, beginnt Jean-Jacques eine Affäre mit der attraktiven Arbeitskollegin Sonia. Noch einmal spürt er die Genfer Glückseligkeit, doch er weiß nicht wirklich etwas mit diesem Gefühl anzufangen. Er, der sich für alles im Leben rückversichern will, erlebt den Glücksfall als beängstigend unkontrollierbar und verlässt Sonia wieder. Claire, die sich nicht lange von der neuen Liebeslust ihres Mannes täuschen lässt, engagiert ihrerseits den schüchternen Russen Igor zunächst als Detektiv und dann als Liebhaber. Bei einer gemeinsamen Reise nach Berlin - und es ist die Stadt von Wim Wenders' "Himmel über Berlin" -, wo sie ausgerechnet im Hotel Suisse absteigen, erkennt Claire, dass sie ihr größtes Glück gerade aufgegeben hat ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2006

Jochen Schimmang sieht sich in den Verwicklungen um das Verlassen, Verlassenwerden und schließlich wieder Zusammenkommen von Claire und Jean-Jacques, den Hauptpersonen des Romans von David Foenkinos, ans französische Kino und ein bisschen auch an eine Psychoanalyse erinnert. Die gute Nachricht laut Rezensent ist, dass die Lektüre aber um einiges amüsanter und nicht so zeitraubend wie eine Analyse ist, und der Leser zudem viel über die Mechanismen der Liebe erfährt. Manchmal allerdings sind ihm die ausgefeilten Sätze des französischen Autors allzu sentenzenhaft und er beklagt, dass an manchen Stellen der Erzählfluss mutwillig einer wohlfeilen "Pointe" geopfert wird. Dennoch preist er diesen Roman als faszinierende "Versuchsanordnung", in der die zwischenmenschlichen Verwirrungen nicht nur angerissen, sondern bis zum bitteren oder glücklichen Ende ausgespielt werden. Auch die deutsche Übersetzung von Christian Kolb findet im Großen und Ganzen die Gnade des Rezensenten, wenn er sich auch angesichts einiger Fehler gründlicheres Lektorat gewünscht hätte.
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