Erik Orsenna

Lob des Golfstroms

Cover: Lob des Golfstroms
C. H. Beck Verlag, München 2006
ISBN 9783406548291
Gebunden, 239 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Annette Lallemand. In diesem Buch begibt sich Erik Orsenna auf eine Entdeckungsreise: Er möchte dem Freund seiner Kindheit, dem Golfstrom, seine Geheimnisse entwinden und auch den anderen großen Meeresströmungen nachspüren. Die Reise führt ihn von den sonnigen Küsten Floridas zum Kap Hatteras, wo der Golfstrom seine verheerende Kraft entfaltet, von den üppigen Gärten Schottlands zum Malstrom, der vor der Küste Norwegens tobt. Dabei begegnen wir den verschiedensten Menschen, die alle ihre eigenen Geschichten erzählen: Seeleuten, Admiralen und Meeresforschern; Benjamin Franklin, der den Golfstrom zeichnen ließ; seefahrenden Entdeckern; und Schriftstellern, die sich von den großen Strömungen inspirieren ließen: Jules Verne, George Orwell, Edgar Allen Poe. Von Abenteuerlust und Wissensdurst getrieben, entlockt Orsenna seinen Gewährsleuten nach und nach auch eine Biografie seines geliebten Golfstroms. Wie ist er überhaupt entstanden? Ist er tatsächlich der große Wohltäter, der Europa sein mildes Klima beschert? Wie wirkt er mit den anderen Akteuren auf der großen Bühne der Klimageschichte zusammen - Sonne, Winden, Eis, uns Menschen? Und müssen wir wirklich seinen nahen Tod befürchten?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.02.2007

Rezensent Hans-Volkmar Findeisen ist nur mittelmäßig bewegt von diesem "kleinen Büchlein über den großen Golfstrom", das er im Wesentlichen in bekannten Wassern treiben sieht. Zwar tummelten sich in Eric Orsennas Buch mitunter auch "schrullige und skurrile Fische", der verkannte monegassische Ozeanograf Albert I. zum Beispiel. Insgesamt aber klappert der Autor nach Ansicht des missmutigen Rezensenten hier nur das "Besuchsprogramm" der "Schreibwerkstätten meist amerikanischer Mare-Bestsellerautoren" ab. Zwar spürt Findeisen zwischen den vielen überflüssigen Zeilen gelegentlich auch eine Art Welt-Anschauung. Vor allem aber spürt er Charles Darwin, der alles, was in diesem Buch steht, schon vor hundertfünfzig Jahren wusste.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.10.2006

Wenn sich Erik Orsenna in seiner Betrachtung des Golfstroms noch gelassen von Anekdote zu Anekdote, von Detail zu Detail treiben lässt, so hat Martina Meister dieses "Buch voller Wunder" buchstäblich mit sich gerissen. Orsenna gehe hier seiner lebenslangen Faszination für dieses Naturphänomen nach, und er gleicht sich in seinen Nachforschungen, die ihn von Meeresforschern über Admiralslogbücher bis hin zu einfachen Fischern führen, dem Gegenstand an. Dass Orsenna also schreibt wie der Strom selbst, "mit tiefen Strömungen, schnellen Winden und seltsamen Strudeln", das macht für Meister das Besondere dieses "großen Fangs" im Meer der Neuerscheinungen aus. Fakten gibt es dabei nebenbei, denn eigentlich liegt hier kein Buch über den Golfstrom vor, sondern eine sehr persönliche und eindrückliche "Liebeserklärung" an denselben, wie die Rezensentin bezeugt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006

Erik Orsenna rückt dem Golfstrom auf den Leib, erklärt der angetane Rezensent Stefan Fischer. Er habe die kundigsten Wissenschaftler aufgesucht, dennoch sei es keineswegs seine Absicht, ein Sachbuch hervorzubringen, sondern ein wissenschaftlich, mythologisch und literarisch gesättigtes Lob des Golfstroms. Orsennas "Gewährsleute" auf seiner tatsächlichen und phantasiereichen Erkundungsreise über den nördlichen Atlantik sind Benjamin Franklin, Kapitän Nemo und George Orwell, berichtet der Rezensent, der Orsennas "hingebungsvolles" Buch nur empfehlen kann.
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