Anne Wiazemsky

Jeune Fille

Roman
Cover: Jeune Fille
C. H. Beck Verlag, München 2009
ISBN 9783406583896
Gebunden, 206 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Judith Klein. Frühsommer 1965: Anne, die Erzählerin, trifft den berühmten Filmregisseur Robert Bresson. Ihre Freundin Florence, selbst Schauspielerin, organisiert das Treffen, überzeugt davon, dass Anne die Idealbesetzung der Marie in "Zum Beispiel Balthasar" ist, Bressons nächstem Filmprojekt. Obwohl sie keinerlei Schauspielerfahrung hat - Annes Stimme und Ausstrahlung faszinieren den alternden Bresson. Doch das junge Mädchen ist noch nicht volljährig. Nachdem es gelingt, auch ihre Familie von dem Filmprojekt zu überzeugen, betritt sie eine neue Welt: Die Welt des Films, die des ungeduldigen und perfektionistischen Regisseurs Bresson und die Welt der Erwachsenen. Anne blüht auf, verliert ihre Unschuld. Der eifersüchtige Filmemacher versucht mit aller Kraft, seine eigensinnige Heldin zu bezähmen, und zwischen Meister und Muse entwickelt sich ein rätselhaftes Spiel, eine Mischung aus Verlockung, Abhängigkeit und Macht. Am Ende des Sommers und der Dreharbeiten spürt Anne, dass sich eine Wandlung vollzogen hat: Sie hat ihre Kindheit abgeschlossen und etwas Neues, Aufregendes liegt hinter - aber auch vor ihr.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2010

Höchst fasziniert ist Thomas Laux von diesem Roman von Anne Wiazemsky, die darin von ihren Anfängen als Schauspielerin im Alter von siebzehn Jahren beim Filmdreh mit Robert Besson und ihrem zwiespältigem Verhältnis zum Filmregisseur erzählt. Mit großem Interesse liest der Rezensent, wie sich das junge Mädchen und der über 60-jährige Regisseur erst ausgesprochen "zögerlich" annähern und wie sich eine Beziehung von großer Ambivalenz entwickelt. Während sich Besson Wiazemsky gegenüber mal als "Verführer", mal als "Beschützer" gibt, weiß sich die Schauspielerin mit erfrischender Natürlichkeit zu behaupten, stellt Laux fest. Ihn hat auch der Roman dieser "seltsamen" Beziehung durch seine Authentizität und seine Frische überzeugt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.12.2009

Geradezu berückend findet Rezensent Simon Strauß diese Erinnerungen der Schauspielerin Anne Wiazemsky, die darin erzählt, wie sie im zarten Alter von siebzehn Jahren ihren ersten Film mit Robert Bresson drehte: "Zum Beispiel Balthasar". Und für Strauss wird jetzt auch klar, woraus sich der Zauber dieses Films speiste: Es ist diese unvergleichliche "Mischung aus Unschuld und Verdorbenheit" einer Siebzehnjährigen, die gerade den Sex für sich entdeckt hat, auf der einen Seite, und auf der Seite Bressons Zuneigung zu dem Mädchen, die ebenso in väterlicher Zuneigung wie männlichem Begehren bestand. Diese Ambivalenzen durchziehen das Buch, auch das Verhältnis zwischen Meister und Muse changiert ständig und wie in dem Film selbst weiß der Leser auch nie ganz, ob Anne Kind oder Verführerin war. Und natürlich hat er auch sehr viel über Bressons Arbeitsmethode gelernt.
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