David Finck

Das Versteck

Roman
Cover: Das Versteck
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt/Main 2014
ISBN 9783895615351
Gebunden, 256 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Von einem Tag auf den anderen ist der Philosophiestudent Jonas Duder spurlos verschwunden. Sein Bruder Bernhard glaubt dafür die Verantwortung zu tragen. Dabei konnte er, als sich Gabriele in ihn verliebte, nicht ahnen, wie viel sie Jonas bedeutete. Fünf Jahre später lebt Bernhard mit Gabriele zusammen und hat einen guten Job. Eigentlich ist alles perfekt in seinem Leben. Hätte Jonas nicht eine Leerstelle hinterlassen, die immer größere Macht über Bernhard gewinnt. Der abwesende Jonas wird zu einem düsteren Zwilling, der ihn bis in seine Träume verfolgt. Eine Reihe unheimlicher Begebenheiten lässt Bernhard schließlich an allem zweifeln. "Das Versteck" ist die Geschichte einer romantischen Liebe, die zum Scheitern verurteilt ist. In seinem aufregenden Debüt erzählt David Finck von drohendem Identitätsverlust und einer Welt, in der nichts so ist, wie es sein sollte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.07.2014

Mit David Fincks Debütroman "Das Versteck" kann Rezensent Christoph Schröder leider gar nichts anfangen. Er liest die Geschichte von Bernhard Duder, der sich nach dem spurlosen Verschwinden seines Zwillingsbruder nicht nur halbiert fühlt, sondern auch Stück für Stück die Kontrolle über Alltag und Leben verliert. Der Kritiker wäre ja gern bereit, dieses Buch als literarisch-pathologisches Protokoll zu lesen, ist aber zunehmend derart genervt von der Klugscheißer-Erzählstimme und ihren allzu frechen Witzchen, dass er die Lektüre nur noch als Pein empfindet. Schade eigentlich, denn Form und Stoff sind nicht schlecht, meint Schröder, der dem am Deutschen Literatur-Institut in Leipzig ausgebildeten Jungautor rät, beim nächsten nicht so tief in die "Erzählerwundertüte" zu greifen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2014

Jede Menge Einsichten in das Wesen des Verschwindens und Ersetzens erhält Christian Metz von David Fincks Debütroman. Dass der Autor das Leipziger Literaturinstitut absolviert hat, fällt für Metz höchstens dadurch ins Gewicht, dass der Autor mit der damit verbundenen Erwartung ein vergnügliches Spielchen spielt, literarische Bezüge einbaut und ansonsten eben jenen Vorwurf zu bestätigen scheint, der Leipzig-Absolventen gern gemacht wird, nämlich Allerweltsgeschichten zu erzählen, wie der Rezensent erläutert. Eine Allerweltgeschichte aber sieht Metz hier mitnichten vorliegen. Angst und Technik des Verschwindens als Physiognomie der Gegenwart darzustellen, ist nicht ohne, findet er. Zumal wenn ein Autor sein Thema in der Form des Erzählens spiegelt und allerhand Unzuverlässigkeiten und eine wichtige Leerstelle einbaut. Ein Kammerspiel mit Witz, Reflexion und leisen Tönen, lobt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.03.2014

David Fincks Roman um ein ungleiches Brüderpaar ist nach einem Strickmuster gearbeitet, das Dana Buchzik als typisch für Absolventen des Leipziger Literaturinstituts zu erkennen glaubt: Es fängt harmlos an, um dann unaufhaltsam in die Katastrophe zu führen. Nur, dass die Rezensentin nicht recht nachvollziehen kann, warum der unscheinbare und ziemlich zwanghafte Bernhard, der durch die Ehe mit Gabriele auf die Füße kommt, völlig den seelischen Halt verliert, als diese verreisen muss. Buchzik vermutet, der Autor habe sich hier ein "zeitdiagnostisches" Buch über die Flüchtigkeit des Glücks vorgenommen, doch kann er in ihren Augen mit seinen Figuren, die Sinnsprüche wie aus Glückskeksen vom Stapel lassen, nicht überzeugen.
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