Dara Horn

Vor allen Nächten

Roman
Cover: Vor allen Nächten
Berlin Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783827008701
Gebunden, 560 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Deutsch von Christiane Buchner und Martina Tichy. New York, 1861. Der neunzehnjährige Jacob Rappaport, Sohn jüdischer Einwanderer aus Deutschland, soll mit der einfältigen Emma, Tochter eines Geschäftspartners seines Vaters, verheiratet werden. Außerstande, sich gegen die Pläne des Vaters zur Wehr zu setzen, bleibt ihm am Vorabend des Festes nur die Flucht. Der Bürgerkrieg steht kurz bevor, und Jacob schlägt sich als Soldat auf die Seite der Nordstaatler, die für die Abschaffung der Sklaverei kämpfen. Unerprobt wie er ist, wird er auf waghalsige Mission geschickt. An Bord eines Schmugglerschiffs verfrachtet man ihn nach New Orleans, wo er seinen eigenen Onkel vergiften soll, der sich während des Pessachfestes von Sklaven bedienen lässt und als Spion für die Südstaatler ein Mordkomplott gegen Präsident Abraham Lincoln plant...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.03.2010

Ein bisschen erweist sich die Autorin für den Rezensenten mit diesem Buch als der Guido Knopp des amerikanischen Bürgerkriegs. Das ist nicht unbedingt ein Kompliment für eine Romanautorin, sind die Grenzen des historischen "reenactments" doch ganz schön eng, wie Christoph Bartmann erklärt. Wenn also Dara Horn die Themen amerikanisches Judentum und Bürgerkrieg kreuzt und mit viel Rechercheleistung historische Stimmung und Stimmigkeit generiert, hat Bartmann kaum Hoffnung, dass dabei, wie beim klassischen historischen Roman, ein Gegenwartsbezug herausspringt oder gar ein sanftes Rütteln an den Tatsachen. Wenn sich stattdessen immer wieder der "erbauliche Charakter" des Buches zeigt, ist das für Bartmann kein so guter Wechsel.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2009

Ein Roman aus dem amerikanischen Bürgerkrieg: der letzte Schrei, meint die Rezensentin Julia Bähr, ist das erst mal nicht. Außerdem sitzt einem natürlich "Vom Winde Verweht" bös im Nacken. Dara Horn aber setzt sich gegen das schon zum Thema Geschriebene sehr erfolgreich zur Wehr. Nicht nur hat sie ausführlich und sorgfältig recherchiert, was man dem Buch denn auch jederzeit positiv anmerkt. Noch bewundernswerter findet es Bähr aber, wie geschickt sie in ihrer Geschichte eines Doppelagenten wider Willen die nahe liegenden Klischees zu vermeiden versteht. Ihr Held Jacob Rappaport ist und bleibt von den Abenteuern, die er im Krieg erlebt, von den Aufgaben, die alle Seiten ihm stellen, wenig begeistert. Weil Dara Horn noch dazu schreiben kann und ihr Wissen so virtuos in eine spannende und facettenreiche Handlung umsetzen kann, ist dies, so die Rezensentin, ein "mitreißender, anrührender und informativer Roman".