Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2003
Joachim Scholtyseck macht sich angesichts dieser Studie zu den wirtschafts- und sozialpolitischen Vorstellungen der bürgerlichen Opposition gegen Hitler Sorgen, dass die jüngere Generation das Gespür dafür verloren habe, was Bürgerliche "in den Widerstand getrieben" habe: "das geradezu verzweifelte Ringen um die Frage, wie sie sich gegenüber einem verbrecherischen Regime zu verhalten hatten, das in bis dahin nicht bekannter Radikalität die Gebote Gottes missachtete". Für den Rezensenten belegt Rüthers Studie dies, weil sie ihren Gegenstand wissenschaftlich eingrenzt und sich an schriftliche Quellen hält. So kommt sie dann etwa zu dem Ergebnis, berichtet der Rezensent, dass man Carl Goerdeler "trotz aller Vorlieben für die freie Wirtschaft nicht als Liberalen bezeichnen" könne, weil er sich "eher von Vorstellungen unveränderlicher 'Naturgesetze' habe leiten lassen" und "vom Gedankengut des 19. Jahrhunderts durchdrungen" gewesen sei. Mit der eigentlichen These der Autorin, wonach die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der meisten anderen Mitglieder der bürgerlichen Opposition große Übereinstimmung mit denen der "Väter der sozialen Marktwirtschaft" aufgewiesen hätten, kann der Rezensent sich zwar anfreunden. Dass die bürgerlichen Regimegegner in dieser Studie am Ende dann aber, wie Scholtyseck schreibt, "beinahe als Technokraten" erscheinen, gefällt ihm gar nicht.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…