Daniel Woodrell

Tomatenrot

Roman
Cover: Tomatenrot
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2016
ISBN 9783954380602
Gebunden, 224 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Peter Torberg. Sammy Barlach ist ein Verlierer, der sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Eigentlich will er nur irgendwo dazugehören - und stolpert so zielsicher ins Verderben. Bei einem Einbruch in eine Villa trifft er auf zwei andere, ebenso planlose Wohlstandsplünderer: die neunzehnjährige Jamalee mit ihren kurzen, tomatenroten Haaren und ihren bildschönen jüngeren Bruder Jason. Endlich hat Sammy, was er immer gesucht hat: Familienanschluss - und ein bisschen mehr. Mit der Mutter der beiden, Bev, die sich ihren Unterhalt als Escortdame und gelegentlich als Polizeispitzel verdient, beginnt er eine Affäre, aber auch von Jamalee kann er die Augen nicht lassen. Doch die hat andere Pläne und will hoch hinaus, zumindest raus aus dem Sumpf von Venus Holler.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.03.2016

Rezensent Ulrich Baron liest Daniel Woodrells im Original bereits 1998 erschienene, nun zum zweiten Mal übersetzte Unterschichtenkomödie aus dem White-Trash-Schlaraffenland durchaus mit Sinn fürs Tragische. Wie auch nicht bei Woodrell, diesem Meister des Country Noir, meint Baron. Allerdings überwiegt Humor als retardierendes Moment, erklärt er, und ein heiterer Ton selbst dann, wenn die Spannung zwischen den Figuren deutlich spürbar ist. Für Baron erzählt der Autor die tragische Liebesgeschichte eines Geschwisterpaares, das alle Bedingungen erfüllt, Großes zu erreichen, und doch scheitert, mit großer Einfühlung und Könnerschaft.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.02.2016

Nach dem Erfolg des verfilmten Romans "Winters Knochen" wagt sich der Münchner Liebeskind-Verlag nun auch an die Übersetzung älterer Woodrell-Bücher, wie Rainer Moritz weiß. "Tomatenrot" spiele wieder im Hochland Missouris, einer Region, in der sich nach Aussage des Kritikers "nicht einmal Fuchs und Hase" gute Nacht sagen. Die Geschichte um drei jugendliche Außenseiter erzähle Woodrell schonungslos und mit gutem Gespür für die Gefühlswelt seiner Helden. Zugleich entgehe er der Gefahr, den Roman "in gut gemeinten Sozialkitsch abgleiten zu lassen". So ernüchternd und hoffnungslos das Schicksal der Protagonisten auch sei, so vorzüglich berichte der Autor davon. Besonders dessen Stil hebt Rezensent Moritz hervor, und in diesem Zuge auch die Übersetzung durch Peter Torberg.
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