1938 beschließen Manfreds Eltern, dass das Leben für ihn als Juden in Deutschland nicht mehr sicher ist. Sie schicken ihren Sohn nach England, schaffen es selbst aber nicht mehr zu fliehen. Sieben Jahre später kehrt Manfred zurück: Als Teil der "Three Troop" landet er am D-Day in der Normandie. Kurz darauf steht er in den zerstörten Straßen seiner alten Heimat Borken in Westfalen. Er beginnt eine beschwerliche Reise, vorbei an fliehenden Deutschen, durch sowjetische Militärsperren hinein ins Niemandsland des Erzgebirges bis zum KZ Theresienstadt, wohin seine Eltern verbracht wurden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.02.2022
Großes Kino bekommt Rezensent Wolfgang Schneider mit dieser im Reportagestil gehaltenen, auf Familienaufzeichnungen basierenden Geschichte einer jüdischen Familie im nationalsozialistischen Deutschland von Daniel Huhn. Dem Historiker und Dokumentarfilmer gelingt es laut Schneider, den Stoff lebendig und mitreißend nachzuerzählen - von der Verschickung des sympathischen Sohnes der Familie nach England, seiner Rückkehr als "X-Trooper" der Alliierten, davon, wie er seine Eltern aus Theresienstadt befreite und wie er nach neun Jahren Abwesenheit schließlich seine große Liebe heiratet. Historische Darstellung und Unmittelbares aus den Briefquellen verbinden sich dabei aufs Aufschlussreichste, versichert Schneider. Ein Buch vor allem auch für jüngere Leser, meint er.
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