Aus dem Englischen von Doris Engelke. Wilson ist ein Sonderling mittleren Alters, meinungsstark und selbstvergessen, ein liebenswertes Ekel. Er hat einen Hund, den er liebt, dem Rest der Welt geht er auf die Nerven. Ob Freunde oder Fremde: Wilson drängt ihnen einseitige Gespräche auf und akzentuiert seine hochtrabenden Ausführungen mit einem brutal ehrlichen Sinn für Humor. Die Wahrheit ist: Wilson ist einsam. Dann stirbt sein Vater, und Wilson, jetzt endgültig allein, macht sich auf, seine Ex-Frau zu suchen. Er findet heraus, dass er eine halbwüchsige Tochter hat, und will die Familie wieder zusammenbringen -- ein Versuch, der nur fürchterlich scheitern kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2010
Einst war der Autor stilbildend im Genre Graphic Novel. Thomas von Steinaecker erinnert sich an den eleganten realistischen Strich von Daniel Clowes und die lakonischen Alltagsszenen, die das Lebensgefühl der Generation X einfingen. Jetzt sind die Helden von damals 40, latent misanthropisch, und in ihrem Leben ist nicht viel los. Dass solche Figuren keine großen Geschichten generieren, leuchtet dem Rezensenten ein. Zudem hält die lose Form, von klassisch bis expressionistisch, die Clowes dem Leser zumutet, Steinaecker nicht eben bei der Stange. Für ihn enthält die Story zu wenige emotionale und poetische Momente. Die Welt als sich beständig wandelnde Konstruktion ist ihm offenbar auf Dauer zu kühl.
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