Wer kennt das nicht? Ob Schuld, Scham oder Reue - wir alle gaben Gefühle, die wir verdrängen und am liebsten einfach irgendwo loswerden würden. Doch gibt es in Zeiten der Selbstoptimierung überhaupt noch Raum für abgründige Gedanken, unangenehme Empfindungen oder Momente des Scheiterns? Die Comic-Künstlerin Jana Kreisl erschuf einen solchen Ort: den Beicht-O-Mat, einen modernen Beichtstuhl, in dem die Menschen ihre persönlichsten Gedanken teilen durften. Am Ende erhielten sie statt Absolution eine Illustration ihrer Geschichte. Dieses Buch versammelt eine Auswahl jener Geständnisse. Es zeigt uns, dass wir mit unseren Fehlbarkeiten nicht allein sein, erkundet unsere menschlichen Unzulänglichkeiten - und ist eine Einladung zum Loslassen.
Rezensent Andreas Hergeth lässt sich mit Freude und Mitgefühl in die alltäglichen, vielfältigen und auf verschiedenste Weise berührenden Geheimnisse einer ebenso vielfältigen Auswahl an Menschen einweihen. Mit ihrem Beicht-O-Mat ist die Comiczeichnerin Jana Kreisl durch verschiedene deutsche Städte gezogen und hat dort Passantinnen und Passanten dazu eingeladen, zu beichten, was sie belastet, erklärt Hergeth. Dabei hat sie den Menschen nicht nur ihre Aufmerksamkeit geschenkt, sondern auch eine zeichnerische Interpretation ihrer Erzählungen. Ein Ergebnis dieser Arbeit ist ein herrliches, buntes Comic-Buch und dessen eindringliche Botschaft: Wir alle haben und machen Fehler, sie sich einzugestehen, sie miteinander zu teilen und einander zuzuhören ist entscheidend! Genau diesen emotionalen Austausch wollte Kreisl mit ihrem Projekt fördern. Dazu hat sie Menschen zusammen gebracht, ihnen "Raum und eine Stimme" gegeben. Ohne Förderung, wie sie selbst sagt, wäre das nie möglich gewesen. So nimmt sie, und mit ihr auch der Rezensent, das Erscheinen ihres Buches auch zum Anlass für eine deutliche Kritik an "demokratiefeindlichen" Sparmaßnahmen in der Kultur.
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