Dahr Jamail, Stan Rushworth

Wir stehen in der Mitte der Unendlichkeit

Indigene Stimmen über die Welt im Wandel
Cover: Wir stehen in der Mitte der Unendlichkeit
Matthes und Seitz, Berlin 2024
ISBN 9783751820394
Gebunden, 427 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Simoné Goldschmidt-Lechner. Wie können wir den immer häufigeren Hitzewellen begegnen? Wie bereiten wir uns am besten auf nahende Überflutungen und Lebensmittelknappheit vor? Und wie behalten wir Hoffnung in krisengeplagten Zeiten? Fragen wie diese scheinen westlichen Gesellschaften angesichts der Klimakrise, die weltweite soziale und ökologische Umwälzungen verursacht, aktueller denn je. Doch zahlreiche Bevölkerungsgruppen waren schon vor Jahrhunderten mit ihnen konfrontiert. Für Indigene Gruppen sind sie Teil einer generationenüberdauernden Geschichte von Unterdrückung, Pandemie, Hungersnot, Umsiedlung und zerstörerischem Krieg. Allein dank ihrer Resilienz sind Indigene Menschen noch heute in Nordamerika präsent und verfügen mit ihren Erfahrungen über ein einzigartiges Verständnis für zivilisatorische Zerstörungen. In Gesprächen mit Stan Rushworth und Dahr Jamail teilen Angehörige verschiedener nordamerikanischer Nations und ganz unterschiedlichen Alters ihre Sicht auf die Welt. Das Ergebnis ist ein innovatives Forschungs- und Reportagewerk, das Indigene Stimmen in den Mittelpunkt der Gespräche über die heutige Umweltkrise stellt.Von geschmolzenen Gletschern über Migration, Generationentraumata, den unbändigen Willen zu überleben und Visionen für eine mögliche Zukunft, die sich aus einer Tausende Jahre umspannenden Geschichte ableiten, kann die Welt lernen, was es braucht, um sich den aktuellen Krisen der Gegenwart zu stellen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.07.2025

Rezensent Harald Eggebrecht findet den von Dahr Jamail und Stan Rushworth herausgegebenen Band mit Interviews mit Vertretern indigener Völkerschaften aus den USA erfrischend und augenöffnend. Dass die Lektüre trotz sorgsamer Übersetzung nicht immer einfach ist, gibt Eggebrecht gerne zu. Aber der andere Blick auf die Verhältnisse hat eben auch eine eigene Sprache, meint er. So liest er die immer leicht melancholischen Beiträge der Dakota Hunkpapa, Akimel O'otham und anderer Völker über Klimawandel, die sogenannte Zivilisation und die hektische europäische Art mit großem Interesse.

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