Dahlia de la Cerda

Reservoir Bitches

Roman in Storys
Cover: Reservoir Bitches
CulturBooks, Hamburg 2025
ISBN 9783959882453
Gebunden, 184 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem mexikanischen Spanisch von Johanna Malcher. "Reservoir Bitches" erzählt hart, klug und mit viel schwarzem Humor aus dem Leben mexikanischer Frauen, die kämpfen, tricksen, lügen und töten, die alles tun, um zu überleben. Ob Narco-Braut, Hausfrau oder Influencerin in Luxury Fashion, ob Auftragskillerin, Prostituierte oder Kleinkriminelle, ob reich oder arm - Dahlia de la Cerdas Heldinnen in "Reservoir Bitches" sind Frauen, die jede Opferrolle ablehnen und die Lösung ihrer Probleme selbst in die Hand nehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2025

Nichts für schwache Nerven ist dieses Buch laut Rezensent Cornelius Wüllenkemper. Im Stil der "roten Notizen", einem literarischen Genre in Mexiko, das sich der Darstellung der Welt des organisierten Verbrechens widmet, vereint  Dahlia de la Cerdas Roman dreizehn teils untereinander verknüpfte Episoden, die sich vor allem um die Gewalt drehen, die in Mexiko Frauen angetan wird. Es beginnt noch vergleichsweise harmlos mit einer Geschichte um Abtreibung und erpressten Sex, so der Kritiker, später setzt es wilde, immer weiter eskalierende Erzählungen rund um Mord, Eifersucht und Drogen. Drastisch ist die Sprache, die de la Cerda verwendet, die Figuren sind durchweg krass überzeichnet, insbesondere auch die am unteren Ende der sozialen Hackordnung. Wüllenkemper erkennt zwar den Anspruch der Autorin, auf die extreme Frauenfeindlichkeit der mexikanischen Gesellschaft in direkter Manier hinzuweisen an, fragt sich aber bisweilen doch, ob hier manches nicht über das aktivistische Ziel hinausschießt und zur bloßen blutrünstigen Übertreibung wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.04.2025

Rezensent Elisabeth Fleschutz ist merklich berührt von der Stärke des Buches der Mexikanerin Dahlia de la Cerda, die sich in 13 Kapiteln 13 Frauenleben vornimmt. In Mexiko werden jeden Tag zehn Frauen getötet, erfahren wir, hier erzählen einige von ihnen ihre Geschichte: Regina etwa wurde von ihrem Partner getötet, sowohl aus ihrer Perspektive als auch aus der ihrer Leibwächterin und ihrer besten Freundin gibt es ein Kapitel. Doch auch die Geschichten einer trans Sexarbeiterin oder einer Räuberin sind zu lesen. "Lebhaft und vor allem unmittelbar" liest sich das dank des mündlichen Tonfalls aller Frauen, die Übersetzung von Johanna Malcher findet ebenfalls Lob der Kritikerin, die trotzdem manchmal gerne den Vergleich zum spanischsprachigen Original hätte. Trotz allen Grauens zwischen Vergewaltigungen, Morden und Folter bewahren de la Cerdas Frauenfiguren ihre Würde und "Widerständigkeit", erkennt die Kritikerin abschließend an.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.04.2025

Rezensentin Sonja Hartl empfindet die teils zusammenhängenden Geschichten in dem Erzählband der Mexikanierin Dahlia de la Cerda wegen der darin thematisierten Gewalt an Frauen als teilweise schwer erträglich, aber eben auch als wichtigen Weckruf. So deutlich Femizide in allen gesellschaftlichen Schichten in den Ich-Erzählungen angesprochen werden, so derb die Sprache ist, so beeindruckend scheint Hartl der kompromisslose Blick der Autorin auf die mexikanische Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.03.2025

Drastisch geht es laut Rezensentin Sophia Zessnik in Dahlia de la Cerdas Kurzgeschichten zu, die dreizehn mexikanischen Frauen und Transfrauen eine Stimme gibt. Aber die Realität ist ja auch drastisch: In Mexiko werden etwa zehn Frauen jeden Tag ermordet, erinnert die Rezensentin, meistens sind die Täter Männer. Ihre oft von Gewalt geprägten Geschichten erzählen die aus unterschiedlichen Milieus stammenden Frauen "gnadenlos" in mehr oder weniger derben Soziolekten, so die Rezensentin. Das ist manchmal schwer auszuhalten, aber auch ziemlich beeindruckend, findet sie. Die Autorin zeige außerdem, dass Gewalt an Frauen alle Schichten durchzieht, ob Politikergattin, Narco-Ehefrau oder Prostituierte - von Brutalität und Unterdrückung sind alle betroffen. In jeder Hinsicht "krass", so Zessniks Urteil.
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