Aus dem Englischen von Harald Stadler. Der Psychologe Dr. Craig Malkin zeigt anhand vieler Fallbeispiele und auf Grundlage zahlreicher Studien, dass Narzissmus nur selten eine Krankheit ist, sondern vielmehr ein Spektrum, das von der selbstlosen Echo bis zum selbstverliebten Narziss reicht. Dabei wird deutlich, dass wir narzisstische Anteile brauchen, um unser Selbstwertgefühl stabil zu halten. Ob man über einen gesunden Narzissmus verfügt oder im ungesunden Bereich des Spektrums angesiedelt ist, kann man anhand eines umfangreichen Tests herausfinden. Zudem gibt Dr. Malkin dem Leser einen Leitfaden an die Hand, wie man sich selbst ebenso wie Lebenspartner, Vorgesetzte oder Freunde fördern bzw. bremsen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2016
Manuela Lenzen profitiert von der reichen therapeutischen Erfahrung des Psychologen Craig Malkin, wenn der sich mit dem Phänomen des Narzissmus befasst. Auf einer Selbstverliebtheit-Skala von null bis zehn tummeln sich allerdings eher wenige Zehnerkandidaten aus unserer Gesellschaft, kann der Autor die Rezensentin beruhigen. Lenzen erfährt viel über Klassifikationen, die Umgangsmodi, die Partnern von ausgewiesenen Narzissten zur Verfügung stehen, und sogar, was uns Narzissten lehren können. Alles von Malkin mit Beispielen und viel Pragmatismus vermittelt, meint Lenzen. Am Ende ist Narzissmus gar nicht so schlimm.
In seinem Buch über Narzissmus deutet Craig Malkin die als Selbstsucht so sehr in Verruf geratene Eigenschaft um, schreibt Fanny Jiménez, dies mache das Buch besonders. Zwar hätten schon die alten Griechen und auch Sigmund Freud die Selbstliebe als bedingt gesunden Mechanismus verstanden, doch bei Malkin sei der Narzissmus "nicht nur nicht schlimm, sondern sogar wertvoll". Der Autor befreie den Begriff vom Pathologischen und werte ihn auf. Am Ende des Buches könne man noch einen Narzissten-Test absolvieren und bekomme - sollte er negativ ausfallen - sogar noch ein paar gute Tipps, um sich zu bessern, so Jiménez.
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