Das Verhältnis von Stadt und Land unterliegt in der Frühneuzeit zwei Paradigmenwechseln: Die Stadt lässt eine jahrhundertelange Tradition des Umschließens und Eingemauertseins hinter sich, das Herrschaftsterritorium wird zum Staatsgebiet mit der Grenze als einem festen Rand. Die Forschung hat sich diesen Brüchen bislang aus der Perspektive einzelner Disziplinen gewidmet, bei der die Öffnung der Stadt zum Beispiel ein Desiderat blieb. Dagegen ermöglicht der ?spatial turn? einen Fokus auf die neuartige symbolische Bezugnahme zwischen Stadt und Land.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.06.2004
Valeska von Rosen zeigt sich angeregt von dem Tagungsband "Politische Räume", der "in prägnanten Einzelanalysen" der Frage nach dem Verhältnis von "Stadt und Land in der Frühneuzeit" nachgeht. Ein "spatial turn" lasse sich bis zu Norbert Elias zurückverfolgen, der in seiner "Höfischen Gesellschaft" "die Konfigurationen des Machtgefüges am absolutistischen Hof zu 'Wohnstrukturen' in Beziehung" gesetzt habe. Am Beispiel der Stadt Turin zeigt die Herausgeberin Cornelia Jöchner, so die Rezensentin, wie man ein "Territorium semantisch strukturiert", wie man also als frühneuzeitlicher Herrscher architektonisch sein Revier markiert. Auch in den "Idealstadtentwürfen und Utopien" der frühen Neuzeit sei das Verhältnis der Stadt zum Territorium berücksichtigt worden - so in Leon Battista Albertis Traktat "De re aedificatoria" von 1452. Demzufolge solle die Stadt "in der Mitte ihres Territoriums liegen" und so einen "'raumbeherrschenden' Blick" garantieren. Der wesentliche Unterschied zu unserem modernen Raumverständnis bestehe darin, dass nicht die Grenzen das Entscheidende seien - vielmehr werde der Raum bemessen "vom Zentrum her nach einem potentiell grenzenlosen Außen".
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