Constanze Carcenac-Lecomte (Hg.)

Steinbruch

Deutsche Erinnerungsorte
Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783631362723
Broschiert, 301 Seiten, 29,65 EUR

Klappentext

Mitherausgegeben von Katja Czarnowski, Sybille Frank, Stefanie Frey und Torsten Lüdtke. Wer hörte nicht beim Namen Wagner die Walküren heraufziehen? Wem stiege nicht beim Gedanken an Nürnberg Lebkuchenduft in die Nase? Wer sähe nicht in Faust die Inkarnation des "teuflischen Deutschen"? Für wen pochte nicht das alte und neue Herz der Metropole Berlin am Potsdamer Platz? Kaum jemand kann sich dem Assoziationsspiel dieser Begriffe entziehen: Es handelt sich hierbei um deutsche Erinnerungsorte. In Anlehnung an den französischen Historiker Pierre Nora sind Erinnerungsorte geographische, personale, literarische oder symbolische Kristallisationspunkte des kollektiven Gedächtnisses, an denen sich ein nationales Bewußtsein, eine deutsche Identität festmachen läßt. Welche Inhalte und Symbole sind in jenem Gedächtnis tradiert? Welche Metamorphosen durchliefen sie in der Geschichte? Die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes geben Antworten auf diese Fragen. Steinmetzen gleich haben sie das Gestein Erinnerungsorte aus dem Steinbruch geschlagen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2000

Andreas Platthaus ist von dem Sammelband, der aus einem Berliner Seminar entstanden ist und 15 Aufsätze von Studenten zu Erinnerungsorten enthält, enttäuscht. Die angehenden Historiker hätten sich zwar "redlich bemüht", doch seien sie über "kollektives Allgemeingut" zu den einzelnen Orten nicht hinausgekommen, moniert der Rezensent. Dem Buch, das als Vorläufer zu einem Projekt der Historiker Etienne François und Hagen Schulze, die das Seminar geleitet haben, gedacht sei und zunächst die Methodik erarbeiten wolle, wonach die Erinnerungsorte ausgewählt werden, fehle "Furor und Feuer" und halte zudem an dem veralteten Mythos fest, Geschichte könne objektiv sein. So bleibt dem Rezensenten nur zu hoffen, dass das demnächst erscheinende Buchprojekt von François und Schulze erfreulicher ist.
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