Claudio Magris

Ein Nilpferd in Lund

Reisebilder
Cover: Ein Nilpferd in Lund
Carl Hanser Verlag, München 2009
ISBN 9783446230866
Gebunden, 222 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Karin Krieger. Claudio Magris schreibt über das Reisen als Leben und als Überschreitung von Grenzen aller Art. Hier besucht er das Grab von Goethes Lotte und wandelt in Spanien auf den Spuren von Don Quijote. In Leningrad besichtigt er die ärmliche Wohnung, in der Dostojewski "Raskolnikoff" geschrieben hat. In Schweden entdeckt er das Lunder Heimatmuseum, wo ein Nilpferd aus Stoff seine Aufmerksamkeit erregt, und in Mexiko nimmt er an einer Hochzeit orthodoxer Juden teil. Ebenso engagiert wie nachdenklich kommentiert Magris die jeweils aktuellen Zeitläufte, sei es in Tschechien, im Iran, in Polen oder in Vietnam.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2009

Angetan zeigt sich Rezensentin Sabine Berking von diesen Reiseessays des italienischen Literaturprofessors Claudio Magris. Die zwischen 1984 und 2004 entstandenden Texte stehen für sie "zwischen Utopie und Entzauberung". Die "rhapsodische" Sprache, die Klugkeit, die mal mysteriösen, mal amüsanten Anekdoten, die die Romane und Essays des Autors auszeichnen, findet sie auch in vorliegenden Reisebildern wieder. Magris erweist sich darin in ihren Augen als "melancholischer Realist", der aber nie sentimental oder nostalgisch wird. Gern folgt sie ihm auf seinen Reisen durch 20 Jahre, von Ost nach West, um neben "Neuem immer wieder Altvertrautes neu" zu sehen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2009

Volker Breidecker warnt in seiner knappen Kritik: Von Claudio Magris' zwischen 1981 und 2004 entstandenen "Reisebildern" sind keine Berichte beschaulicher Fahrten zu erwarten, denn sie führen stets in "unsichere" Gefilde. Ob der Triester Autor und Literaturprofessor zum Grab von Goethes Lotte in Hannover oder zum ehemaligen Beichtvater Rudolf Höß' in Breslau reist, dem mit seinem Werk vertrauten Leser öffnet sich rasch der ganze "Magris'sche Welten- und Literaturkosmos, versichert der Rezensent. Besonders angetan haben es ihm die Schilderungen aus Mittelosteuropa, die er als die "besten und eindringlichsten" Texte des Bandes hervorhebt.

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