Klappentext
Aus dem Spanischen von Silke Kleemann. Inés ist frisch aus dem Gefängnis raus und bereit für ein neues Leben, fünfzehn Jahre, nachdem sie die Geliebte ihres Mannes umgebracht hat. Gemeinsam mit ihrer Knastkumpanin Manca gründet sie ein Unternehmen: FFF, Frauen, Fliegen, Finale - ökologische Schädlingsbekämpfung und Privatdetektei, von Frauen für Frauen. Doch Señora Bonar, eine ihrer Kundinnen, will mehr loswerden als nur Ungeziefer - könnte Inés nicht ihre Expertise einbringen, um auch die Geliebte ihres Mannes aus dem Weg zu räumen? Inés will sauber bleiben, aber als Manca eine teure Behandlung benötigt, gerät ihre moralische Standhaftigkeit ins Wanken.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.04.2025
Zwiegespalten ist Rezensentin Sylvia Staude angesichts von Claudia Piñeiros Roman "Die Zeit der Fliegen": Einerseits "voranschreitend, ambitioniert und verblüffend", andererseits anstrengend moralisierend, so die Einschätzung der Kritikerin. Erzählt wird von Inés, die einst die Geliebte ihres Mannes erschossen hat, und sich nach dem Gefängnis als Kammerjägerin verdingt. "Hochoriginell" ist dieses Personal auf jeden Fall, findet Staude, außerdem erfährt die Leserin einiges über Gleichberechtigung in Argentinien und ziemlich interessante Fun-Facts über Fliegen. Als eine Fernseh-Moderatorin von Inés für sehr viel Geld Gift bestellen will, nicht für Fliegen, sondern für die Geliebte ihres Ehemanns, kommt Inés in Versuchung, erzählt Staude, ohne zu viel verraten zu wollen. Unterhaltsam ist das auf jeden Fall, nur den hier und da erhobenen Zeigefinger hätte sich die Autorin sparen können, findet die Kritikerin.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2025
Eigenwillig und provokant ist dieser neue Roman von Claudia Pineiro, hält Kritikerin Katrin Doerksen fest: Die Protagonistin Inés war lange im Gefängnis und hat dort ihre Hingabe zu Insekten, insbesondere Fliegen, entdeckt. Mit einer Freundin hat sie nun ein Unternehmen gegründet, das halb Detektei, halb Schädlingsbekämpfung ist, und so kommt Inés schnell in die Situation, dass eine Kundin Insektengift von ihr verlangt, um ihren Mann zu töten, erfahren wir. Spannend ist für Doerksen aber vor allem, wie die Figuren mit sich selbst in Streit geraten und ihre unterschiedlichen feministischen Positionen miteinander ausfechten. Dafür werden auch Beauvoir und Adichie zitiert, das schafft der Kritikerin zufolge einen experimentierfreudigen Erzählraum, der Themen wie Mutterschaft, das Patriarchat und die Weltliteratur auf eine Art und Weise behandelt werden, auf die man sich einlassen muss, die aber durch ihre Eigenartigkeit auch höchst interessant ist.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.02.2025
Rezensentin Victoria Eglau folgt der Geschichte um eine aus der Haft entlassene Argentinierin in Claudia Pineiros Roman mit Spannung. Allerdings ist es weniger der etwas konstruiert wirkende Krimi-Plot, der Eglau betört, als die Innen- und Außenwelten der Figuren. Hier kann die Autorin laut Eglau überzeugend sowohl über Frauenfreundschaft wie über Transsexualität und schwierige Eltern-Kind-Beziehungen erzählen. Interessant findet Eglau auch, dass ein feministischer Chor das Geschehen im Roman kommentiert. Als Gesellschaftsroman aus dem heutigen Argentinien findet sie das Buch lesenswert.
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