Claudia Dillmann (Hg.), Olaf Möller (Hg.)

Geliebt und verdrängt

Das Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1963
Cover: Geliebt und verdrängt
Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783887990893
Einband unbekannt, 416 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Das Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland war vielfältig, konfliktfreudig und lebendig - und somit überraschend anders, als die gängigen Ansichten und Urteile es beschreiben. Seicht und belanglos soll es gewesen sein? Ohne Interesse an der Thematisierung drängender gesellschaftlicher Probleme und der Aufarbeitung deutscher Schuld? Orientiert an Kitsch und vermeintlichem Massengeschmack? Wie anders dagegen das Bild, das die 33 Texte dieses Buchs entwerfen, entstanden anlässlich der Retrospektive des Festival del film Locarno 2016: Mit Wertungen und Interpretationen, die einander mal widersprechen, mal ergänzen, loten die Autorinnen und Autoren die Vielfalt des Filmschaffens während der Adenauer-Jahre aus. So entsteht das umfassende Panorama einer Ära und ihres Kinos, von dem es weite Teile noch zu entdecken gilt. Mit Beiträgen von Olaf Möller, Claudia Dillmann, Miguel Marías, Lars Henrik Gass, Ralph Eue, Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen, Fabian Tietke, Rudolf Worschech, Fritz Tauber, Jörg Gerle, Uwe Mies, Dominik Graf, Stefanie Plappert, Werner Sudendorf, Rainer Knepperges, Stefanie Mathilde Frank, Christoph Huber, Peter Ellenbruch, Hervé Dumont, Marcus Stiglegger, Fabian Schmidt, Hannu Nuotio, Marco Grosoli, Chris Fujiwara, Ralf Schenk, Andreas Goldstein, Elisabeth Streit, Carolin Weidner, Jürgen Dünnwald, Jennifer Lynde Barker, Norbert Pfaffenbichler und Thorsten Krämer. Mit 270 Abbildungen aus den Archiven des Deutschen Filminstituts und anderen Archiven.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2016

Der zur großen Retrospektive des Filmfestivals von Locarno herausgegebene Katalog über das Kino der jungen Bundesrepublik lohnt sich in jedem Fall, versichert Rezensentin Verena Lueken, die das Buch als neues "Standardwerk" preist. Denn die Kritikerin lernt hier, dass das Kino jener Jahre wesentlich vielschichtiger war, als es der auch gemeinhin auf den Film übertragene CDU-Slogan "Keine Experimente!" vermuten ließe. In den 33 mit zahlreichen Abbildungen versehenen Texten, darunter etwa ein Aufsatz von Dominik Graf über das Männerbild jener Zeit, entdeckt Lueken, dass sich unter der Vielzahl neckisch-frivoler, seichter Filme weit mehr als nur ein paar Meisterwerke versteckten. Ein "ambitionierter" Katalog, der den Blick auch auf damalige Animationen, Dokumentar- und Kurzfilme und das Avantgarde-Kino weitet, versichert die Rezensentin.
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